Schlösser, Burgen und Gärten neu denken: Besucherperspektiven und Kulturvermittlung

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von Antje Borrmann

Erscheinungsjahr: 2026

Peer Reviewed

Abstract

Schlösser, Burgen und Gärten gehören zu den meistbesuchten Kulturerbestätten in Deutschland. Dennoch werden sie häufig als musealisierte Orte feudaler Repräsentation vermittelt, wodurch ihre soziale, politische und funktionale Vielschichtigkeit in den Hintergrund tritt. Der Beitrag geht der Frage nach, wie diese historischen Anlagen als lebendiges Baukulturerbe zeitgemäß vermittelt werden können, und welche Erwartungen, Motive und Wahrnehmungen Besucher:innen haben. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Schlösser, Burgen und Gärten weniger als musealisierte raumbildende Gesamtkunstwerke, sondern als ehemalige Lebens- und Wirkungsräume zu verstehen sind, in denen gesellschaftliche Ordnungen, Machtverhältnisse und Transformationsprozesse sichtbar werden.

Am Beispiel des Schlosses Moritzburg in Sachsen werden Ergebnisse einer umfangreichen Besucher:innen-Studie vorgestellt, die zwischen Juli 2024 und Februar 2025 mittels standardisierter Befragungen und leitfadengestützter Interviews durchgeführt wurde. Die Analyse zeigt, dass die ästhetische Attraktivität der Anlage sowie die Annahme, dort Ruhe und Erholung zu finden, zentrale Motive für einen Besuch darstellen, während explizite Lernabsichten eine nachgeordnete Rolle spielen. Daraus ergibt sich eine deutliche Differenz zu klassischen Museumsbesucher:innen.

Vor diesem Hintergrund diskutiert der Artikel aus Perspektive der Kulturvermittlung Möglichkeiten, wie den Orten eine Lebendigkeit wiedergegeben werden kann, die durch Musealisierung und Denkmalschutz verlorengegangen zu sein scheint. Anhand konkreter Beispiele wird aufgezeigt, wie durch eine Haltung des bewussten „Loslassens“ neue Zugänge geschaffen werden können. Der Beitrag plädiert für eine dialogische, erfahrungsorientierte Vermittlung, die Schlösser, Burgen und Gärten als Orte kultureller Prägung und Aushandlung, Transformation und demokratischer Geschichtsvermittlung neu positioniert.

Vom Bauwerk zum sozialen Raum

Die populärwissenschaftliche Antwort von ChatGPT nach einer Definition von Schlössern, Burgen und Gärten im Januar 2025 lautet: „Schlösser, Burgen und Gärten sind unterschiedliche Arten von historischen Bauwerken bzw. gestalteten Anlagen, die oft kulturell und touristisch bedeutsam sind. […] Zusammen zeigen Schlösser, Burgen und Gärten, wie Menschen früher gelebt, regiert und ihre Macht dargestellt haben“. Der fachwissenschaftliche und museale Blick hingegen fokussiert sich auf die ästhetische und künstlerische Dimension: „Schlösser und Gärten sind Gesamtkunstwerke. Von Fürstengeschlechtern geprägt, vereinen sie die Kunstfertigkeiten ganzer Künstlergenerationen, die schon damals von unseren Vorfahren bewundert wurden“ (zit. nach Facharbeitskreis Schlösser und Gärten in Deutschland 2005:7). Dabei wird übersehen, dass es sich im Kern um (ehemalige) Lebens- und Wirkungsräume von Menschen handelt, in denen Gesellschaft in ihren vielfältigen Ausprägungen gestaltet, geprägt und erfahren wurde, worauf auch ChatGPT verweist. Schlösser, Burgen und Gärten sind daher auch nicht als Museen zu betrachten, wie es beispielsweise das Berliner Institut für Museumsforschung regelmäßig in seiner statistischen Gesamterhebung an den deutschen Museen macht, in der Schlösser und Burgen als eine Museumsart neben anderen angeführt werden. Schlösser, Burgen und Gärten sind vielmehr Baukulturerbe mit spezifischen Eigenschaften. Sie legen sowohl materiell als auch immateriell Zeugnis von kulturellen Prägungen ab, die teilweise bis in unsere Gegenwart fortwirken – wenngleich unter veränderten Vorzeichen. Dies zeigt sich beispielsweise in den Repräsentationsbedürfnissen des Staates in Form des staatlichen Protokolls, das „zeremonielle Regeln und Aktivitäten bei offiziellen und repräsentativen Anlässen“ umfasst (vgl. Bundesministerium des Innern) oder im bis heute offensichtlichen Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildung, der in der ständischen Gesellschaft konstitutiv für Herrschaft war (vgl. Sterbling 1998:197ff; Bildungsberichterstattung 2024:13f; El-Mafalaalani 2021). 

Weil diese Anlagen in einem grundlegend anderen gesellschaftlichen Kontext entstanden sind, fungieren sie zugleich als Sinnbilder politischer und sozialer Transformationsprozesse und verweisen darauf, dass Geschichte nicht statisch, sondern ereignishaft und dynamisch ist. Dieser erweiterte Blick wird jedoch verhindert, wenn die Geschichtsschreibung zu Schlössern, Burgen und Gärten auf ausgewählte Zeit- und Nutzungsschichten fixiert bleibt, die aufgrund ihrer Pracht, Kunstfertigkeit oder historischen Bedeutung von Denkmalpfleger:innen und Wissenschaftler:innen rekonstruiert und präsentiert werden (z.B. Coban-Hensel/Dornacher/Tradler 2007; Nimoth 2003; Taubert 2010/11). Dadurch geht nicht nur die bauliche, funktionale oder nutzungsbezogene Vielschichtigkeit verloren. Diese Form der Darstellung beeinflusst unmittelbar sowohl unser Geschichtsverständnis (Assmann 1999:35ff; Jeismann 2008) als auch die Erwartungshaltungen der Besucher:innen. Schlösser, Burgen und Gärten werden i.d.R. nicht in ihrem historisch-politischen Kontext betrachtet und als Zeugnisse gesellschaftlicher Aushandlungs- und Demokratisierungsprozesse gelesen. Vielmehr wird die feudale Epoche verherrlicht, in der Kunst und Kultur als distinktive Herrschaftsmittel fungierten.

Angesichts einer diverser werdenden Gesellschaft stellt sich im 21. Jahrhundert die Frage, wie die Kulturvermittlung darauf reagieren sollte.

Wer besucht Schlösser, Burgen und Gärten und warum?

Um dem Anspruch einer besucherzentrierten Bildungs- und Vermittlungsarbeit gerecht zu werden, sind Informationen über die psychografischen Merkmale der Besucher:innen – etwa Einstellungen, Interessen, Erwartungen und Bedürfnisse – essenziell (vgl. Falk/Dierking 2013; Fendius/Otte 2021). Deswegen wurde im Schloss Moritzburg bei Dresden, das durch den Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ über Sachsen hinaus als Aschenbrödel-Schloss bekannt ist, eine umfassende Besucherstudie durchgeführt. Charakteristisch für das Ausstellungsangebot in Moritzburg ist seine Saisonalität: Während das Schloss von Frühjahr bis Herbst als Barockmuseum zugänglich ist, wird in den Wintermonaten ausschließlich die Ausstellung zum Märchenfilm gezeigt.

Zwischen Juli 2024 und Februar 2025 wurden in zwei Erhebungswellen insgesamt 1.025 standardisierte Interviews und 20 leitfadengestützte Tiefeninterviews durchgeführt. Ziel war es, neben soziodemografischen und besuchsbezogenen Verhaltensmerkmalen insbesondere die psychografischen Eigenschaften der Besucher:innen zu erfassen.

Insgesamt lässt sich das Publikum von Schloss Moritzburg wie folgt beschreiben: Die Mehrheit der Besucher:innen besucht das Schloss zum ersten Mal, kommt überwiegend in Begleitung des Partners bzw. der Partnerin und verbringt durchschnittlich rund zwei Stunden vor Ort. Knapp 80 Prozent der Besucher:innen stammen aus Deutschland, davon wiederum 58 Prozent aus Sachsen. Das Durchschnittsalter liegt bei 49 Jahren. Hinsichtlich des Bildungshintergrunds überwiegen nicht-akademische Abschlüsse; lediglich 19 Prozent der Besucher:innen verfügen über einen Hochschulabschluss. In Bezug auf das generelle Museumsbesuchsverhalten zeigt sich eine hohe Affinität zu Schlössern, Burgen und Gärten und ein geringeres Interesse an Kunstmuseen: Fast 70 Prozent der Befragten besuchen Schlösser, Burgen und Gärten mindestens zweimal pro Jahr, knapp ein Drittel sogar mehr als viermal jährlich. Diese Monumente ziehen damit ein treues Publikum an. Zudem werden von den Besucher:innen Geschichts- und kulturgeschichtliche Museen deutlich häufiger besucht als Technik-, naturkundliche oder Kunstmuseen. Letztere werden von nahezu einem Fünftel der Besucher:innen überhaupt nicht besichtigt.

Die Mehrheit der Befragten besucht Schloss Moritzburg aus einem allgemeinen Interesse am Schloss selbst. Das Interesse an spezifischen Ausstellungsangeboten ist dagegen gering – mit einer deutlichen Ausnahme: Die Ausstellung zum Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ stellt im Winter den mit Abstand stärksten Besuchsanlass dar, wohingegen das Barockmuseum als Besuchsanlass im Sommer so gut wie gar nicht zieht. Weil der Besuchsanlass allein jedoch nur bedingt Auskunft darüber gibt, weshalb Menschen das Schloss aufsuchen, wurden die Besucher:innen ergänzend nach ihren konkreten Besuchsmotiven befragt. Auf die Frage nach den Gründen für den aktuellen Schlossbesuch gaben etwas mehr als 80 Prozent der Befragten an, schönen und interessanten Dingen begegnen zu wollen. Daran schließen sich das Bedürfnis, das Schloss „gesehen haben zu müssen“, sowie der Wunsch nach Ruhe, Entspannung und Geselligkeit an. Das Bauwerk selbst erweist sich somit als hinreichend attraktiv, um einen Besuch zu motivieren: Besucher:innen lassen die Anlage auf sich wirken und verbinden den Aufenthalt mit der Erwartung, eine angenehme und entspannte Zeit zu verbringen, idealerweise verbunden mit Inspiration und gelegentlichen Lernerfahrungen. Die explizite Absicht, mit dem Schlossbesuch seinen eigenen Wissensstand zu erweitern, wird dagegen seltener genannt.

Die Frage nach der spezifischen Attraktivität des Ortes wurde in den qualitativen Interviews weiter vertieft. Als zentraler Besuchstreiber erweist sich die ästhetische Qualität der Schlossanlage, die sich sowohl in der Architektur als auch in der umgebenden Landschaft zeigt. Damit wird ein grundlegender Wesenskern von Schlössern, Burgen und Gärten sichtbar: Als ehemals exklusive Orte der Distinktion entfalten sie bis heute eine besondere Anziehungskraft. Ihre Ästhetik regt Besucher:innen dazu an, sich frühere Lebensweisen vorzustellen und gedanklich in vergangene Zeiten einzutauchen. Die Besonderheit des Schlossbesuchs – im Gegensatz zu einem Museumsbesuch – liegt somit im Ermöglichen eines imaginativen Perspektivwechsels – dem Sich-Hineinversetzen in den historischen Lebensalltag der Menschen vor Ort sowie dem Kennenlernen ihrer Lebenswelt anhand der überlieferten Ausstattungsgegenstände. Dieser Befund spiegelt sich auch in den als besonders interessant bewerteten Ausstellungsinhalten wider: An erster Stelle stehen die Ausstattungsobjekte, gefolgt vom Lebensalltag der damaligen Bewohner:innen sowie der Architektur und Baugeschichte des Schlosses.

Für Schloss Moritzburg lässt sich zusammenfassend festhalten, dass der Besuch für die Mehrheit der Besucher:innen primär der Ruhe und Erholung dient. Mit deutlichem Abstand folgen das Bedürfnis, das Schloss gesehen haben zu müssen, sowie die Motive, gemeinsam mit der Begleitung eine schöne Zeit zu verbringen oder Neues zu entdecken. Diese Verteilung der Besuchsmotive unterscheidet sich klar von den Ergebnissen aus den Berliner Museen, die im Rahmen des Projekts museum4punkt0 erhoben wurden. Dort ist nahezu jede zweite befragte Person dem entdeckungs- und lernorientierten Besuchertyp zuzuordnen (siehe Fendius/Otte2021). Dies unterstreicht die Notwendigkeit, das Publikum von Schlössern, Burgen und Gärten differenziert zu betrachten und nicht mit den klassischen Museumsbesucher:innen gleichzusetzen.

Wie können Schlösser, Burgen und Gärten zu einem lebendigen Kulturerbe werden?

Am Beispiel des Themas „Festefeiern“ in Schlössern, Burgen und Gärten lässt sich die doppelte Ambivalenz der Bewahrung und Vermittlung dieses Baukulturerbes anschaulich verdeutlichen. In früheren Zeiten gehörte das Ausrichten großer Feste zum festen Bestandteil höfischer Kultur. Solche Feierlichkeiten erfüllten klare politische und soziale Funktionen: Herrscher inszenierten ihre Macht als gottgegeben und legitimierten damit ihren Herrschaftsanspruch, während Rangordnung und soziale Stellung der Teilnehmenden durch Teilnahme- oder Ausschlussmöglichkeiten, Sitzordnungen, Kleidungsvorschriften oder die Nähe zum Herrscher sichtbar gemacht wurden. Feste dienten somit der Stabilisierung der gesellschaftlichen Ordnung und waren ein selbstverständliches Element höfischen Lebens (vgl. Fischer/Rott 2020).

Mehr als hundert Jahre nach dem Ende der Monarchie stellt sich die Situation grundlegend anders dar. Bei Denkmalpfleger:innen und Wissenschaftler:innen löst bereits die Vorstellung, historische Orte wie Schlösser, Burgen oder Gärten nicht ausschließlich museal zu nutzen, oft Skepsis oder Widerstand aus. Besonders beim Thema „Feiern in historischen Anlagen“ treten regelmäßig Spannungen zwischen inhaltlich Verantwortlichen und Eventplanenden auf. Im Zentrum steht dabei stets die Frage, welches Verhalten an denkmalgeschützten Orten angemessen und zulässig sei. Während die einen Schäden am Kulturerbe befürchten und daher strikte Regeln fordern, möchten die anderen den Besucher:innen ein ästhetisches, emotionales und erinnerungswürdiges Erlebnis ermöglichen – Ansprüche, die häufig im Widerspruch zueinanderstehen. Bleibt ein Kompromiss zwischen diesen Positionen aus, geht dies meist mit einer Blockade einher: Entweder setzt sich der konservatorische Standpunkt durch, sodass entsprechende Veranstaltungen abgelehnt werden, oder die Nutzung erfolgt ohne ausreichende Rücksicht auf den Erhaltungswert des Denkmals. Eine solche Pattsituation ist für keine der beteiligten Seiten zielführend, da sie sowohl die nachhaltige Entwicklung des Kulturerbes als auch die gesellschaftliche Teilhabe behindert.

Im Zentrum dieses Spannungsfeldes steht die Kulturvermittlung. Sie bemüht sich darum, zwischen den Erfordernissen des baulichen Erhalts und den Bedürfnissen der Nutzer:innen zu vermitteln. Ihr zentrales Anliegen ist es, durch dialog- und erfahrungsorientierte Ansätze Brücken zu schlagen, um das Kulturerbe nicht nur zu bewahren, sondern lebendig zu erhalten und für einen breiten Publikumskreis zugänglich zu machen (Weigl 2024, S. 8f). Erfolgsbedingungen dieses Kernvermittlungziels sind Offenheit, Experimentierfreude und der Mut, etablierte Handlungsmuster zu hinterfragen. Ebenso wesentlich ist die Fähigkeit, vertraute Positionen loszulassen. Diese Erfahrung des Loslassens kann für Denkmalpfleger:innen und Wissenschaftler:innen eine produktive Irritation darstellen, insofern sie den Blick darauf lenkt zu fragen, worauf es künftig ankommen sollte. 

Um es mit einem Beispiel aus der Gartendenkmalpflege vor dem Hintergrund des Klimawandels zu veranschaulichen: Die geänderten Wetterbedingungen haben dem Gehölzbestand in den historischen Gärten massiv zugesetzt. Neuerdings sind Grünastabbrüche, also „das Abbrechen einzelner, gesunder und voll belaubter Äste bei Windstille nach Perioden längerer Trockenheit oder starker Hitze“ (Sachverständigenarbeitsgemeinschaft Baumstatik e.V.) neben dem raschen Absterben der Altbäume zu beobachten. Während die einen an Klone – also genetisch identische Nachkommen der Mutterpflanze – denken, um historisch entstandene Lücken möglichst authentisch zu schließen, richten andere den Blick bereits auf klimaresiliente Ersatzbaumarten. Beide Ansätze verfolgen letztlich dasselbe Ziel: die Bewahrung des historisch überlieferten und gestalteten Gartenbildes. Entscheidend wird künftig jedoch sein, worauf der Schwerpunkt beim Erhalt der Anlagen liegt: auf der Verwendung der historisch überlieferten Gehölze, ohne Gewissheit, dass diese den veränderten Wetterbedingungen standhalten, oder auf der gestalterischen Idee, die möglicherweise nur mit anderen, neuartigen Gehölzarten bewahrt werden kann. 

So oder so verändern sich die Dinge. Aber „[e]ine Veränderung [bedeutet] nicht nur, dass etwas Neues beginnt, sondern auch, dass damit etwas Bisheriges beendet wird. Um effektiv zu kommunizieren und soziale (Werte-) Veränderungen umzusetzen, ist es wichtig, Blockaden zu vermeiden. Dies kann nur geschehen, wenn man versteht, welche Gewohnheiten, Werte, Vorteile, Überzeugungen etc. mit Bisherigem verbunden sind. Wenn es für diese Aspekte ein gegenseitiges Verständnis gibt, können Blockaden angegangen und gemeinsame Lösungen erarbeitet werden“ (Keppner 2024:56).

Wo durch Veränderungsprozesse Verlust empfunden wird, entsteht auch ein Möglichkeitsraum – ein Raum, in dem Bedeutungen neu ausgehandelt und Perspektiven erweitert werden können. Der Wert liegt daher nicht im Verlust als solchem, sondern darin, was aus ihm hervorgeht. Unter dieser Perspektive kann Verlust als ein konstitutives Moment kultureller Aushandlung verstanden werden: Er ermöglicht Transformation, die wiederum Voraussetzung für eine zeitgemäße und zukunftsfähige Verbindung von Menschen und Denkmal ist. Im Feld der Kulturvermittlung wird dieser Prozess bewusst zugelassen, um auf dieser Grundlage tragfähige Beziehungen zwischen Publikum, Ort und Geschichte neu zu gestalten. 

Aktuelle Diskussionen um Werte und Wertewandel sowie die Frage nach sozialen Kipppunkten in der Denkmalpflege (vgl. Bernecker 2024; Daniel/Ripp 2024; Keppner 2024) lassen erkennen, dass vor dem Hintergrund des Klimawandels die Forderung nach Veränderungen auch das Feld der Denkmalpflege erreicht hat: „[M]an erkennt die Notwendigkeit von Veränderungs- und Anpassungsmaßnahmen an, um etwas zu erhalten. Auch wenn sich der Zustand des erhaltenswerten Objektes wandeln muss, so kann es trotz existenzieller Bedrohungen und Krisen in seiner Substanz erhalten bleiben“ (Daniel/Ripp 2024:45). Doch scheint in der Denkmalpflege bislang noch die Prämisse zu gelten, dem Bewahren und Pflegen Vorrang zu geben gegenüber den Bedürfnissen des Publikums. Die folgenden Beispiele sollen daher veranschaulichen, wie eine Haltung des „Loslassens“ im Umgang mit diesem spezifischen Kulturerbe konkret umgesetzt werden kann. 

Ausstellungsobjekte

Während in klassischen Museen die Hauptexponate in der Regel kontextfrei in Hochsicherheitsvitrinen oder in räumlicher Distanz zu den Besucher:innen präsentiert werden, bewegen sich Rezipient:innen in Schlössern, Burgen und historischen Gärten innerhalb des zentralen Ausstellungsobjekts selbst. Die Begegnung mit diesen Baudenkmälern ist nicht nur unmittelbar, sondern ebenso vielschichtig: Schlösser, Burgen und Gärten stehen in komplexen sozialen, kulturellen und historischen Zusammenhängen. Um die Kernbedeutung dieser Monumente erfassen zu können, gilt es, den komplexen Zusammenhang ihrer Entstehung und Nutzung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Strukturen zu durchdringen. Deswegen sind Schlösser, Burgen und Gärten weit mehr als raumbildende Gesamtkunstwerke; sie sind untrennbar mit dem menschlichen Handeln verbunden und spiegeln gesellschaftliche Verhältnisse wider, indem sie Zeugnis vom Leben vergangener Epochen ablegen. Das zentrale Ziel der Vermittlung besteht darin, dieses Wechselspiel zwischen Mensch, Gesellschaft und Bauwerk zu erfassen und für Besucher:innen erfahrbar zu machen. Es geht weniger um die Präsentation von Pretiosen und Einzelartefakten oder das Beschreiben der baulichen und stilistischen Entwicklungen. Informationen zu Standortlage, Baugeschichte, Architektur, Stil, Interieur und Nutzungen stehen dann auch nicht isoliert nebeneinander, sondern werden für eine narrative Beweisführung miteinander verknüpft, die aufzeigt und erklärt, wie sich das frühere Leben gestaltet hat und wie sich gesellschaftliche Entwicklungen im Laufe der Zeit vollzogen haben.

Der Besuch eines Schlosses, einer Burg oder eines Gartens ist somit stets mit einem immersiven Erleben verbunden. Dieses lässt sich intensivieren, wenn beispielsweise historische Ausstattungsstücke, die nicht zum Originalbestand gehören, bei konservatorischer Vertretbarkeit für den Besucherverkehr freigegeben werden. Kaum etwas vermag das Gefühl, in eine andere Zeit und Welt einzutauchen, eindrücklicher zu vermitteln, als selbst in einem historischen Möbel an einem authentischen Ort Platz nehmen zu können. 

Besucherführung

Zwangsführungen „à la Ikea“, die durch eine strikt vorgegebene Wegeführung den Rundgang und damit das Ausstellungserlebnis festlegen, haben aus konservatorischen Gründen ihren Reiz. Aus Sicht von Denkmalpfleger:innen und Wissenschaftler:innen stellen sie ein zentrales Mittel dar, um sensible oder als fachwissenschaftlich weniger relevant eingestufte Bereiche von der Besucherführung auszuschließen. Häufig prägen daher Kordel- und andere Absperrsysteme maßgeblich die Wahrnehmung von Zugängen, Laufwegen und Räumen. Dies zeigt, dass die Kernmotivation solcher Rundgänge aus Sicht der Kurator:innen und Denkmalpfleger:innen gerade nicht die Vermittlung des spezifischen Kulturerbes als komplexes (Raum-)Gefüge von Nutzungen, Alltagspraktiken und Bedeutungen ist. Hier geht es vor allem um den Schutz der Bausubstanz sowie das Zeigen besonderer Pracht.

Gerade für Objekte, die überwiegend als Wohnsitze von Adelsfamilien genutzt wurden, erweisen sich solche stark kuratierten Besucherwege jedoch als hinderlich für ein vertieftes Verständnis dieser Orte. Soll das Schloss als ehemaliger Lebens- und Wohnraum erfahrbar werden, müsste die Besucherführung vielmehr so gestaltet sein, dass Besucher:innen den Eindruck gewinnen, sich in der Rolle eines:einer Schlossbewohner:in den Ort individuell aneignen zu können. Das käme auch ihrer Neigung zu Tagträumen entgegen, würde individuelle Entdeckungen ermöglichen und die imaginative Auseinandersetzung mit dem Ort fördern. Kuratorische Vorgaben beschränkten sich in diesem Verständnis vor allem auf orientierende Hinweise und kontextualisierende Informationen zum früheren Leben im Schloss, wie beispielsweise Raumnutzungen und -ausstattungen, Laufwege, Zugänglichkeit und Menschen. 

Das Konzept des linearen „Durchschleusens“ steht einer lebendigen Vermittlung letztlich entgegen. Es sollten darum Diskussionen darüber geführt werden, wie Bewegungsfreiheitsgrade für die Besucher:innen innerhalb denkmalpflegerisch notwendiger Rahmenbedingungen bewusst gestaltet werden können. Entscheidend ist die Frage, wie auf die Bedürfnisse und Merkmale der Besucher:innen eingegangen werden kann, ohne den materiellen Bestand und den denkmalpflegerischen Wert des Ortes im Kern zu gefährden.

Protagonist:innen

Gewöhnlich werden Schlossgeschichten aus der Perspektive ihrer Besitzer erzählt. Geschichte wird damit aus dem Blickwinkel von Menschen geschrieben, die entweder durch Geburt privilegiert waren oder im Laufe ihres Lebens Privilegien erlangten. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung werden somit Lebensumstände betrachtet, die nur für einen sehr kleinen Teil der Menschen normal waren. In der Auseinandersetzung mit diesem spezifischen baukulturellen Erbe ist diese Perspektive naheliegend – zugleich ist sie unvollständig, wenn sie exklusiv bleibt. Denn dass sich der Adel über Jahrhunderte hinweg als herrschende Klasse behaupten konnte, beruhte auf einem dichten Beziehungsgeflecht zwischen Adel und Untertan:innen, dessen Kern ein wechselseitiges ökonomisches Abhängigkeits-verhältnis bildete. Insofern spielen die Untertan:innen eine ebenso tragende Rolle, die angesprochen werden muss.

Diese Perspektiverweiterung würde nicht nur zu einer demokratischeren Geschichtsschreibung beitragen, sondern auch andere Identifikationsangebote schaffen und neue Denkräume öffnen (vgl. Tyradellis 2014). Während Besucher:innen sich mit den Herrscherfamilien häufig in Phantasiewelten begeben und so Distanz zum eigenen Alltag einnehmen, stellen die Lebensrealitäten der Untertan:innen – häufig geprägt von harter Arbeit, existenziellen Kämpfen und Verzicht – eine größere Nähe zur Erfahrungswelt heutiger Besucher:innen her. Aufgrund ihrer eigenen sozialen Herkunft können viele von ihnen eher an diese Lebensrealitäten anknüpfen als an jene des Adels. Damit eröffnet sich zugleich die Chance, das Wesen von Schlössern, Burgen und Gärten und ihren gesellschaftlichen Kontext besser zu verstehen: Besucher:innen tauchen in zwei konträre Lebenswelten ein und machen Nähe- und Distanzerfahrungen, die nachvollziehbar werden lassen, dass diese Welten kaum Berührungspunkte hatten – mit Ausnahme des sie verbindenden ökonomischen Abhängigkeitsverhältnisses. 

Umso eindrücklicher erscheint dann auch die deutsche Ereignisgeschichte des 20. Jahrhunderts: der Untergang der Monarchie im Jahr 1918 und Enteignung und Bodenreform im von den Sowjets besetzten Zonen im Nachkriegsdeutschland nach 1945 (ehemalige DDR). Beide Zäsuren haben die Gestalt, Wahrnehmung und Rezeption der Schlösser, Burgen und Gärten, aber auch die Gesellschaft tiefgreifend und nachhaltig geprägt, worüber aber kaum gesprochen wird. 

Fazit

Aus der Perspektive des Jahres 2025 auf Schlösser, Burgen und Gärten blickend, lässt sich zunächst eine beruhigende Feststellung treffen: Dieses spezifische Baukulturerbe ist fest im kollektiven Bewusstsein verankert. Besucher:innen „lieben“ Schlösser und Burgen und befürworten mehrheitlich ihren Erhalt, wie eine Umfrage der Wochenzeitung „Zeit“ in Erfahrung bringen konnte (siehe EPD 2015). Die jährlich hohen Besuchszahlen beispielsweise der sächsischen staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten belegen das eindrucksvoll – im Jahr 2024 zählte der Kulturbetrieb rund 2,1 Millionen Besuche (Schlösserland Sachsen 2025). Gleichwohl wäre es kurzsichtig, sich auf diesen Befund auszuruhen.

Schlösser, Burgen und Gärten haben infolge der Umbrüche in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts ihre jeweilige Zeitenwende bereits – in unterschiedlichem Maße – durchlaufen. Insbesondere die in den neuen Bundesländern gelegenen Immobilien verdeutlichen, dass Geschichte kein statistischer Zustand ist: An ihnen sind Kontinuität, Brüche, Wandel und Neuanfänge sichtbar, solange die Zeitschichten genauso anerkannt und gleichberechtigt neben anderen gezeigt werden, die von einer anderen Nutzung als der feudalen sprechen. Gerade in dieser Ambivalenz steckt aus Vermittlersicht das Potenzial, Schlösser, Burgen und Gärten zeitgemäß und mit hoher Relevanz zu vermitteln. Diese Monumente strahlen trotz der vielfachen Überlagerungen und Brüche eine Beständigkeit aus, die in unsicheren Zeiten Orientierung geben kann. 

Aber „[e]xtreme Klimaereignisse und der allmähliche Klimawandel wirken sich in einem nie gekannten Ausmaß auf alle Arten von materiellem und immateriellem Kulturerbe auf der ganzen Welt aus“ (Leissner 2024:99). Daher erscheint es geboten, grundlegende Fragen neu zu verhandeln: Was kann und soll künftig bewahrt werden – und in welcher Form? Der Druck ist spürbar, da die durch den Klimawandel hervorgerufenen Herausforderungen für die Bewahrung des Kulturerbes – vor allem in Bezug auf die notwendigen finanziellen Mittel – perspektivisch weit mehr Ressourcen beanspruchen werden, als heute bereitstehen. 

Gerade in der Sichtbarmachung, Vermittlung und Aushandlung dieser Kontroversen liegt jedoch eine Chance. Denn „bei Konflikten prallen (…) nicht unbedingt diametrale Positionen aufeinander; vielmehr sind es unterschiedlich starke Priorisierungen von Werten, die den Konflikt nähren. (…) Im Transitionsbereich von Change und Conservation können durch die konstruktive Aushandlung der Konfliktthemen innovative, lösungsorientierte Projekte entstehen, die sich für einen nachhaltigen Umgang mit dem baukulturellen Erbe einsetzen“ (Daniel/Ripp 2024:47).

Auf Schlösser, Burgen und Gärten bezogen kann einerseits mithilfe neuartiger Betriebskonzepte demonstriert werden, wie ökologische Nachhaltigkeitsziele verfolgt werden können, ohne die Denkmalsubstanz im Kern zu gefährden (vgl. Leissner 2024:97f). Andererseits können im Sinne der sozialen Nachhaltigkeit das Erproben neuer Nutzungsformate die Möglichkeit eröffnen, diesen Objekten ein Wesensmerkmal zurückzugeben, das sie über Jahrhunderte hinweg ausgezeichnet hat: Orte zu sein, an denen gesellschaftliche, politische und soziale Entwicklungen nicht nur ablesbar werden, sondern an denen Gesellschaft verhandelt und aktiv gestaltet wird (vgl. Kirchberg 2016). Konzepte wie das des „Dritten Ortes“ (vgl. Hoins 2021), die Schaffung von Freiräumen für eine selbstermächtigte Aneignung durch die Besucher:innen, eine klassismuskritische Bildungs- und Vermittlungsarbeit, die bislang unterrepräsentierte Gruppen und Inhalte sichtbar macht, oder das Wiederbeleben kultureller Praktiken im Sinne einer zukunftsfähigen Lebensweise (wie beispielsweise die Kreislaufwirtschaft als ressourcenschonendes Wirtschaftsmodell oder alte und nachhaltige Handwerkstechniken) (vgl. Wulf 2025) könnten wesentlich dazu beitragen, Schlösser, Burgen und Gärten als vielfältige Begegnungs-, Diskussions- und Wirkungsorte neu zu beleben. Dies wäre keine Abkehr von ihrer Geschichte, sondern eine Fortschreibung ihrer Nutzungsgeschichte unter veränderten Vorzeichen – ganz im Sinne einer Kontinuität durch Wandel.

Verwendete Literatur

  • Assmann, Jan (1999): Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen. München: Beck.
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  • Bernecker, Roland (2024): Werte und Wertewandel. Denkmalpflege im Anthropozän. In: Hager, Antonia / Paulowitz, Bern / Ripp, Matthias; Scheffler, Nils (Hrsg.): Kulturerbe. Klimazukunft. Wertekonflikte. Regensburg: Schnell & Steiner, S. 11-29.
  • Coban-Hensel, Margitta / Dornacher, Frank / Tradler, Birgit (2006): Die Restaurierung des Fasanenschlösschens Moritzburg und seine Einrichtung als Interieurmuseum des sächsischen Rokoko. In: Jahrbuch der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, Bd. 14, Dresden: Sandstein, S. 11-25.
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  • Fendius, Katharina / Otte, Josefine (2021): Vor, während und nach dem Besuch. Visitor Journeys in den Staatlichen Museen zu Berlin. Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung im Teilprojekt Visitor Journeys neu gedacht im Verbundprojekt museum4punkt0. Berlin.
  • Fischer, Doris / Rott, Susanne (Hrsg.): Fürstliche Feste. Höfische Festkultur zwischen Zeremoniell und Amüsement, Jahrbuch der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten 23. Petersberg: Michael Imhof.
  • Hoins, Katharina (2021): Das Museum als Dritter Ort. Schlagwort oder Leitbegriff? In: Modarressi-Tehrani, Diana / Mohr, Henning (Hrsg.): Museen der Zukunft. Trends und Herausforderungen eines innovationsorientierten Kulturmanagements. Bielefeld: transcript, S. 275-294.
  • Keppner, Miriam (2024): Klimaschutz und Denkmalpflege im Wandel. Ist der soziale Kipppunkt erreicht? In: Hager, Antonia / Paulowitz, Bern / Ripp, Matthias; Scheffler, Nils (Hrsg.): Kulturerbe. Klimazukunft. Wertekonflikte. Regensburg: Schnell & Steiner, S. 51-58.
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  • Sterbling, Anton (1998): Zur Wirkung unsichtbarer Hebel. Überlegungen zur Rolle des „sozialen Kapitals“ in fortgeschrittenen westlichen Gesellschaften. In: Berger, Peter A. / Vester, Michael (Hrsg.): Alte Ungleichheiten. Neue Spaltungen, Opladen: Leske + Budrich, S. 189-209.
  • Taubert, Sven (2012): Die Wiederherstellung des „Humboldtzimmers“ 2010/11. In: Jahrbuch der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, Bd. 17. Dresden: Sandstein, S. 168-174.
  • Tyradellis, Daniel (2014): Müde Museen oder: Wie Ausstellungen unser Denken verändern könnten. Hamburg: edition Körber Stiftung.
  • Weigl, Aron (2024): Kulturelle Teilhabe. Zentrale kulturpolitische Handlungsmaxime. In: Handbuch Kulturpolitik. Wiesbaden: Springer Fachmedien, S. 1-18.
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  • Jeissmann, Karl-Ernst (2008): Geschichtsbilder: Zeitdeutung und Zukunftsperspektive. Online unter: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/26551/geschichtsbilder-zeitdeutung-und-zukunftsperspektive/ (letzter Zugriff am 28.05.2026).
  • Sachverständigenarbeitsgemeinschaft Baumstatik e.V. (o.J.): Grünastbruch. Online unter:  https://xn--grnastbruch-uhb.de/ (letzter Zugriff am 14.03.2026).
  • Schlösserland Sachsen (2025): Rückblick auf 2024 – Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten ziehen Bilanz. Online unter: https://www.schloesserland-sachsen.de/de/news-presse/pressemitteilungen/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1605&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=82f559d1f1eb59dcb17757c45726e700 (letzter Zugriff am 14.03.2026).

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Antje Borrmann (2026): Schlösser, Burgen und Gärten neu denken: Besucherperspektiven und Kulturvermittlung. In: KULTURELLE BILDUNG ONLINE: https://kubi-online.de/artikel/schloesser-burgen-gaerten-neu-denken-besucherperspektiven-kulturvermittlung (letzter Zugriff am 01.06.2026).

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