Themenfeld:

Qualifizierungsarbeiten

Qualifizierungsarbeiten und Forschung in progress geben einen Einblick in wissenschaftliche Arbeiten wie Bachelor-, Masterarbeiten oder Dissertationen und verweisen damit auf aktuelle Forschungsthemen und -lücken. Diese Kategorie soll kontinuierlich fortgeschrieben werden in der Vermessung dessen, was Nachwuchswissenschaftler*innen an Themen und Herausforderungen der Kulturellen BIldung bearbeiten. Vorschläge für weitere Beiträge/Autor*innen und Anmerkungen an die Redaktion (redaktion@kubi-online.de) sind stets willkommen!

27 Beiträge im Themenfeld

Von Katja Drews (2018)

Ländlicher Kulturtourismus - „Dritte Orte“ für (raum)produktive Transformation und partizipative Begegnung

Welche Potenziale für ländliche Kulturentwicklung bietet das Handlungsfeld Tourismus? Wie ordnet sich das Thema Kulturtourismus aktuell ein in den kulturwissenschaftlichen Diskurs? Anhand der stadtsoziologischen Theorie von „Dritten Orten“ der Begegnung wird erläutert, warum und wie die in einer eigenen empirischen Studie erhobenen und weiter geschärften empirischen Kenntnisse über Alltags- und Reisekulturnutzung eingeordnet werden können, um teilhabeorientierten Kulturtourismus in ländlichen Räumen zu entwickeln. BewohnerInnen und TouristInnen werden als eigene Publikumsgruppen genauer betrachtet und die Frage geklärt, welche Bedeutung beide in ländlichen Kulturtourismus-Settings füreinander haben.

Von Maria Rammelmeier (2018)

Regionales Kulturmanagement: Die Bedeutung professionell organisierter Kulturarbeit, untersucht im Landkreis Neumarkt i.d.OPf.

Die Bewältigungsaufgaben zur Gestaltung kulturell attraktiver ländlicher Räumen werden in den Zusammenhang zu den positiven Wirkungen von professioneller Kulturarbeit und regionalem Kulturmanagement gestellt. Am Beispiel der bayerischen Region Landkreis Neumarkt i.d.OPf. werden die Zufriedenheit und Veränderungsbedarfe mit der bisherigen Organisation der Kulturarbeit erforscht. Die vorgestellte Untersuchung fundiert die These, dass in ländlichen Regionen professionelle Kulturbeauftragte/KulturmanagerInnen und Netzwerkstellen wichtig sind, um Regional- und Kulturentwicklungsprozesse anzuregen, Kulturszenen gezielter zu fördern und das kulturelle Leben sowie die Lebensqualität in der Region gesteigert werden.

Von Antonia Wangler (2018)

Kulturelle Bildung an Volkshochschulen in ländlichen Räumen: Ergebnisse einer programmanalytischen Untersuchung am Beispiel des Landes Niedersachsen

Volkshochschulen sind die öffentliche Institution der Erwachsenenbildung in Deutschland.Wenn es gilt, professionell organisierte und institutionalisierte kulturelle Bildungsarbeit zu leisten, kommt ihnen in ländlich geprägten Regionen eine wesentliche Aufgabe und Bedeutung zu: Sie offerieren kulturelle (Erwachsenen-)Bildungsangebote und fungieren ferner als Kulturveranstalter. Umso erstaunlicher ist es, dass Volkshochschulen in der kulturpolitischen Diskussion eine bisweilen randständige Position einnehmen und noch zu selten in den Blickpunkt der kulturellen Bildungsforschung gerückt sind. Dieser Beitrag erörtert auf Grundlage einer exemplarischen Programmanalyse von Angeboten, Themen und Potentialen, inwiefern Volkshochschulen die regionale kulturelle Infrastruktur mitgestalten können und auf welche Art und Weise kulturelle Teilhabe ermöglicht werden kann.

Von Ulrike Gerdiken (2018)

Management mit Taktgefühl – Qualifizierung von Führungskräften durch ästhetische Bildung, dargestellt am Beispiel Rhythmik

Immer mehr Unternehmen entdecken die Kulturelle Bildung für ihre Personalentwicklung. Neben Ausbildungskonzepten, in denen die Arbeit mit kulturpädagogischen Elementen mancherorts inzwischen fest etabliert ist, wird auch in Programmen für die Führungskräfteentwicklung vermehrt darauf zurückgegriffen. Aber passen Kulturelle Bildung und Management zusammen? Finden sich zwischen dem auf gesellschaftliche und politische Teilhabe ausgerichtete emanzipatorische Bildungsansatz und einem auf Wertsteigerung und Gewinnmaximierung ausgerichtetes Management tatsächlich Gemeinsamkeiten? Der Beitrag zeigt am Beispiel der Rhythmik auf, unter welchen Voraussetzungen eine Zusammenarbeit zwischen beiden Bereichen möglich wäre.

Von Elke Köllmann (2017)

Vertrauen, Erfolg und Partizipation – Die Bedeutung von inklusiven Musikgruppen für Jugendliche mit Lernbeeinträchtigungen

Wie viele SchülerInnen nehmen auch Jugendliche mit Lernbeeinträchtigungen die musikalischen Angebote, Band-AG, Orchester oder Schulchor an ihren inklusiven Schulen an. Wie nehmen sie ihre Teilnahme wahr und welchen Einfluss haben die Mitglieder und die Ensembleleitung? Um diese Fragen beantworten zu können, versucht die Studie Gemeinsam zur Musik eine Annäherung an die Sichtweise von Jugendlichen mit Lernbeeinträchtigungen, die bereits aktiv Musik machen und von ihren Gruppenerfahrungen berichten können.

Von Mareike Alscher (2017)

Freiwilliges Engagement in der Kultur - Sonderauswertung zum Engagement in Kultur und Musik des Freiwilligensurveys 2014. Zentrale Ergebnisse

Im Auftrag der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. hat die Autorin den „Freiwilligensurvey 2014“, der u.a. auch Daten für den Bereich „Kultur und Musik“ liefert, ausgewertet. Laut Freiwilligensurvey ist der Anteil Kultur-Engagierter an der Wohnbevölkerung von 5 Prozent im Jahr 1999 auf 9 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. Doch wer sind diese Kultur-Engagierten, was zeichnet diese Menschen und ihr Engagement aus? Warum, wo und wie engagieren sie sich? Dieser Beitrag dokumentiert die zentralen Ergebnisse der Sonderauswertung zum Engagement und ein Auszug aus „BKJ (2017): Freiwilliges Engagement in der Kultur ...“. Weitere Informationen - beispielsweise zum methodischen Vorgeben und den begrifflichen Einordnungen der Studie oder hinsichtlich der kultur- und bildungspolitischen Schlussfolgerungen der BKJ - finden sich in der online zugänglichen BKJ-Publikation im Anhang dieses Beitrages.

Von Maria Milbert (2017)

Forschendes Theater mit den Jüngsten: Erkundungen in einem jungen Feld Kultureller Bildung

Die Verbindung von forschendem Theater und Theater mit den Jüngsten formt ein junges und dynamisches Praxisfeld Kultureller Bildung, in dem Ideen künstlerischer und ästhetischer Forschung verknüpft und zur Weltaneignung von Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren in Beziehung gesetzt werden. Der Artikel stellt einige der bisher erprobten Themen und Wege dar, orientiert an drei Leitfragen: Was wird erforscht? Wer forscht? Und: Was ist das für ein Theater? Daran anschließend werden Chancen und Herausforderungen dieser Verbindung dargestellt, wobei sowohl ästhetische als auch strukturelle Aspekte Raum finden. Als Basis der Betrachtung dient die wissenschaftliche Begleitforschung des Modellprojekts TUKI ForscherTheater in Berlin.

Von Julia Breit (2017)

„... und am Mond vorbei“: Überlegungen zur Fiktionalisierung des ‚Fremden‘ im Kinderbilderbuch und Wirkungsmechanismen beim Vorlesen

Das Vorlesen von Kinderbilderbüchern ist ein wichtiges Ritual in Familien. Ein informelles Setting wie dieses eröffnet den Blick auf (scheinbar) fiktive Welten – doch wie verhalten sich diese zu real erlebten Differenzen? Unter Einbezug der Akteur-Netzwerk-Theorie wird im folgenden Beitrag untersucht, welchen Einfluss die Wahrnehmung des 'Eigenen' und des 'Fremden' auf die Konstruktion fiktiver Wirklichkeiten haben kann und wie diese auf ganz realen Rassismus zurückwirkt.

Von Antonia Wangler (2017)

Kulturelle Bildung in informellen Kontexten: Das Bilderbuch und seine Rezeption

Das Bilderbuch nimmt innerhalb der (kulturellen) Sozialisation von Kindern eine anerkannte und unhinterfragte Rolle ein. Weil es sich bei diesem Medium um ein vielschichtiges ästhetisches Gefüge handelt, konnte bis dato keine geschlossene Theorie des Bilderbuchs formuliert werden. Auch im Kontext der Kulturellen Bildungsforschung wurde das Bilderbuch selten betrachtet. In einer Standortbestimmung werden bestehende theoretische Erkenntnisse zum Bilderbuch im Kontext der Kulturellen Bildung diskutiert und konzeptuell weitergedacht. Fokussiert werden das Bilderbuch und seine Rezeption im Rahmen informeller Bildungssettings.

Von Agata Wozniesinska (2017)

Repräsentationen natio-ethno-kultureller Vielfalt im Sachbilderbuch – Exempel einer rassismuskritischen Analyse

Sachbilderbücher sind nicht nur ein Ort, an dem Wissen über die Welt vermittelt wird, sondern zentral daran beteiligt, diese Welten zu konstruieren. In der vorliegenden Arbeit wird anhand einer rassismuskritischen Sachbilderbuchanalyse dargelegt, auf welche Art und Weise natio-ethno-kulturelle Lebensformen in der Kinderliteratur repräsentiert werden.

Welchen Beitrag leisten Kinderbücher zur Aufrechterhaltung rassistischen Wissens und inwieweit entfalten sie ihr Potential, rassistischer Praxis Alternativen entgegenzusetzen?