Themenfeld:

Theorie- und Begriffsentwicklungen

179 Beiträge im Themenfeld

Von Norbert Ricken (2026 / 2020)

Was heißt >das Subjekt< denken? Bemerkungen zu einer Selbstbeschreibung (in) der Moderne

Die komplexe Begriffsgeschichte des „Subjekts“ mündet unweigerlich in der Auflösung vieler diesbezüglicher Vorstellungen. Der Autor hebt die Bedeutung von Relationalität für ein modernes Verständnis hervor, das „Subjekt“ in einen permanenten Prozess der „Subjektivierung“ aufgehen lässt. In ihrer Einführung betont Cornelie Dietrich die Relevanz dieser Denkweise für ästhetisch-kulturelle Bildung.

Von Friedrich Schollmeyer (2026)

Kulturelle Bildung zwischen Weltbeziehung und Selbstentzug. Metaphern- und begriffskritische Perspektiven auf Hartmut Rosas Resonanztheorie

Der Beitrag lotet die Grenzen von Rosas Theorie mit Blick auf Kulturelle Bildung aus. Er argumentiert für einen starken Subjektivitätsbegriff und ergänzt Rosas Entfremdungsperspektive um Fremdheit und das Fremde. Subjektivität wird als Relation von Aneignung und Befremdung, Resonanz als Element und Gegenpart der Bildungserfahrung denkbar.

Von Ute Pinkert (2026)

Die Resonanztheorie aus Perspektive der Kulturellen und Ästhetischen Bildung

Die Resonanztheorie nach Hartmut Rosa entfaltet seit einigen Jahren eine große Wirkkraft, auch in der Kulturellen Bildung. Wie kann das Verhältnis zwischen Resonanztheorie und Kultureller Bildung beschrieben werden? Sind auf der Erfahrungsebene Resoanzerfahrung und ästhetische Erfahrung gleich zu setzen? - Oder gibt es hier grundlegende Unterschiede? Ausgehend von einer zeitgenössischen Positionierung Kultureller Bildung geht der Videovortrag diesen Fragen nach.

Von Birgit Dorner, Marion Gerards, Damaris Nübel (2026)

Soziale Arbeit und Kulturelle Bildung im Dialog. Einführungsbeitrag für das Dossier

Der einleitende Beitrag der Herausgeberinnen des Dossiers analysiert systematisch die Traditionslinien, Theoriebezüge und disziplinären Aspekte beider Felder. Er plädiert für einen differenzierten Dialog, der weder vorschnelle Gleichsetzungen noch strikte Trennungen vornimmt, sondern eine wechselseitige Präzisierung und Weiterentwicklung in Theorie und Praxis sowohl für die Soziale Arbeit als auch die Kulturelle Bildung ermöglicht.

Von Christoph Wulf (2026)

Tänze als immaterielles kulturelles Erbe. Neue Perspektiven für kulturelles Lernen

Der Beitrag analysiert die Rolle und Funktion von Tanz aus anthropologischer und bildungstheoretischer Perspektive. In fünf Dimensionen werden die spezifischen Potenziale des Tanzes für die Entwicklung kultureller, sozialer und individueller Kompetenzen und Zugehörigkeiten diskutiert.

Von Stefan Gebhard, Johanne Hoppstock (2026)

Imagination als widerständige Praxis. Zukunftsentwürfe als Artikulation von artistic citizenship

Welche politische Bedeutung hat es, dass uns durch Krisennarrative lebenswerte Zukünfte immer unwahrscheinlicher erscheinen? Der Beitrag fragt nach der Rolle von Imagination als literacy in Zeiten der Polykrise. Ausgehend vom Konzept artistic citizenship und konkretisiert am Beispiel eines Workshop-Formats zum Thema Zukunft wird gezeigt, wie Kulturelle Bildung und Politische Bildung sich dort überschneiden, wo sie gemeinsam an einer Pluralisierung des (anders-)Möglichen arbeiten.

Von Sandra Hesse, Thomas Overdick (2026)

Resonanz als Gelingensfaktor. Beziehungsqualitäten im Museum verstehen und gestalten

Der Beitrag diagnostiziert unter Bezugnahme auf die Gesellschaftsanalyse Hartmut Rosas die Situation des Museums der Moderne. Davon ableitend wird mit dem Modus der Resonanz ein neuer Maßstab für ein gelingendes Museum vorgeschlagen und dargelegt, wie das Museum als Resonanzraum der Kulturellen Bildung verstanden und gestaltet werden kann.

Von Christiane Dätsch (2026)

Mein Erbe – Dein Erbe?! Das Konzept des geteilten Erbes in der Vermittlungsarbeit

Das Konzept des geteilten Kulturerbes hat Konjunktur. Migration und Postkolonialismus verändern Erinnerungsdiskurse. Zugleich befindet sich in Europas Museen ‚fremdes‘ Kulturerbe, dessen Bedeutung für die Vermittlungsarbeit neu zu bestimmen ist. Dieser Herausforderung geht der Beitrag nach, indem er Spielarten, Chancen und Limitationen des geteilten Erbes vorstellt und an einem Beispiel illustriert.

Von Gabriele Weiß (2026 / 2021)

Ästhetische Erfahrungen. Ihre differenten Formen, Dimensionen, Verständnisweisen und die (Un-)Möglichkeiten ihrer Bildung

Wie lassen sich ästhetische Erfahrungen als Prozess beschreiben und begründen, aus denen Transformationen von Selbst-Welt-Verhältnissen, also Bildung, hervorgehen? Dieser Frage geht der Beitrag unter Rekurs auf zentrale Theorien nach und betont, dass bestimmte Dimensionen bzw. Potenziale des Ästhetischen verloren gehen – und zwar jene, die sich weder einer pädagogischen Praxis noch einer Wirkungsforschung fügen.