Themenfeld:

Theater

25 Beiträge im Themenfeld

Von Stephan Schnell (2018)

Amateurtheater im peripheren Raum von Ländlichkeit

Der Beitrag skizziert die Rolle des Amateurtheaters und spezifische kulturelle Praktiken von Amateurtheatervereinen. Amateurtheatervereine, so eine These des Beitrages, leisten kulturelle Grundversorgung. Die intrinsisch motivierten Bildungsprozesse verlaufen abseits urbaner Zentren in den Arenen und Theatralitätsgefügen der Peripherie von Ländlichkeit.

Von Thomas Renz (2018)

Theater in der Provinz – Gastspieltheater als Förderer kultureller Teilhabe in ländlichen Räumen

Die Analyse empirischer Studien zeigt, dass sich die Nachfrage nach Theater zwischen ländlichen und urbanen Räumen im Grunde gar nicht so unterscheidet. Sozialisationsbedingungen und Zugehörigkeit zu bestimmten Milieus sind wesentlich wirksamer als der Wohnort. Allerdings herrscht eine große Ungleichheit auf der Angebotsseite. Professionelles Theater findet in Großstädten wesentlich häufiger statt als in ländlichen Räumen. Dort wird die kulturelle Teilhabe in den professionellen Darstellenden Künsten vor allem von Gastspieltheatern getragen. Dennoch dominieren die urbanen Stadt- und Staatstheater den Theaterdiskurs. Daher arbeitet dieser Beitrag die organisatorischen Besonderheiten des Gastspielbetriebs in ländlichen Räumen heraus, hinterfragt ihre Leistungen als Akteure der Kulturellen Bildung und skizziert mögliche kulturpolitische Folgen.

Von Wolfgang Sting (2017)

Ästhetische Praxis des Theaters als Intervention, Partizipation oder einfach nur ästhetische Erfahrung?

Die Versprechen der kulturellen Bildung - Intervention, Partizipation oder auch Transformation - klingen mächtig, die Programmatiken vollmundig. Das müssen sie auch, denn nur so entfalten sie eine kulturpolitische Kraft. In der Betrachtung der konkreten ästhetischen Praxis ist ein differenzierterer Blick notwendig. Das Nachdenken des Autors richtet sich darauf, die Praxis der Theaterpädagogik nicht mit programmatischen Zielen zu überfrachten und die ästhetische Praxis nicht primär über „effects“, sondern über „affects“ in ihrer Bedeutung als ästhetisches Ereignis, zu fundieren. Die Trennung von hier Kunst und da Pädagogik hält Sting für nicht produktiv. In seinen Ausführungen wird das Potenzial der ästhetischen Praxis des Theaters als soziale, kollektive und performative Kunst herausgestellt.

Von Ute Pinkert, Ulrike Hentschel (2017)

Theaterpädagogisches Wissen und gesellschaftliches Handeln - Überlegung zu einer reflexiven Theaterpädagogik

Der Beitrag dient der Vertiefung des Diskurses um „Wissensformen Kultureller Bildung". Er erläutert, was unter einem wissenstheoretischen Zugang zur Theaterpädagogik verstanden werden und welche Implikationen dieser für theaterpädagogische Praxis und Theorie haben kann. Thematisiert werden der zugrundeliegende Wissensbegriff, die kulturelle und historische Bedingtheit des Wissens und schließlich die Reflexivität des Wissens. Ausgehend davon werden Elemente einer Didaktik aus wissenstheoretischer Perspektive angesprochen und nach den Bedingungen von Vermittlung und einem adäquaten Lehr-Lernverständnis gefragt.

Von Christoph Scheurle (2017)

Kunst als politische Partizipation – politische Partizipation als Kunst?

Im Text untersucht Christoph Scheurle das Verhältnis von Politik und Kunst und geht anhand konkreter künstlerischer Aktionen der Frage nach, in welcher Form sich die Kunst aktiv in politische Prozesse einzumischen vermag, ohne Gefahr zu laufen einer einseitigen oder gar propagandistischen Verzweckung zu unterliegen.Im Sinne eines partizipativen Verständnisses schlägt er vor, Kunst – sofern sie sich als politisch engagiert zeigt – vor allem als Versuch zu verstehen, sich über den sozialen Raum als gemeinsamen Handlungsraum bewusst zu werden, in dem die unterschiedliche Gestaltungsoptionen jeweils neu zu verhandeln sind.

Von Maria Milbert (2017)

Forschendes Theater mit den Jüngsten: Erkundungen in einem jungen Feld Kultureller Bildung

Die Verbindung von forschendem Theater und Theater mit den Jüngsten formt ein junges und dynamisches Praxisfeld Kultureller Bildung, in dem Ideen künstlerischer und ästhetischer Forschung verknüpft und zur Weltaneignung von Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren in Beziehung gesetzt werden. Der Artikel stellt einige der bisher erprobten Themen und Wege dar, orientiert an drei Leitfragen: Was wird erforscht? Wer forscht? Und: Was ist das für ein Theater? Daran anschließend werden Chancen und Herausforderungen dieser Verbindung dargestellt, wobei sowohl ästhetische als auch strukturelle Aspekte Raum finden. Als Basis der Betrachtung dient die wissenschaftliche Begleitforschung des Modellprojekts TUKI ForscherTheater in Berlin.

Von Ute Pinkert (2017)

Das Wissen der Künste innerhalb künstlerischer (theatraler) Verfahren – Vortrag auf der Jahrestagung der Wissensplattform Kulturelle Bildung Online

Ausgehend davon, dass das Wissen in der Praxis kultureller Bildungsprozesse ein anderes Wissen ist als jenes, das mit wissenschaftlichen Methoden gewonnen wird, geht die Autorin in ihrem Vortrag auf der kubi-online Jahrestagung den Fragen nach: Aber was ist auf welche Weise anders? Und welche Konsequenzen hat das für Bildungsprozesse? Wie kann das Wissen, das innerhalb einer Praxis kultureller Bildung generiert wird, gekennzeichnet und beschrieben werden? Auch die NutzerInnen der Wissensplattform sind eingeladen, ihre Überlegungen zu „Wissensformen in der Kulturellen Bildung" auf www.kubi-online.de zu veröffentlichen.

Von Maria Milbert (2017)

Forschendes Theater mit den Jüngsten. Eine evaluative Studie des Projekts TUKI ForscherTheater

Das Berliner Kooperationsprogramm TUKI (Theater und Kita) wagt sich mit dem Modellprojekt TUKI ForscherTheater auf eine Entdeckungsreise: Forschendes Theater wird in Zusammenarbeit mit Theaterhäusern und Sozialraumpartnern in Kitas gebracht. Die Masterarbeit ist der Frage gewidmet, wie im Rahmen dieser Kooperationsstrukturen frühpädagogische, theaterästhetische und forschende Perspektiven zusammenkommen. Zur vielschichtigen Beantwortung folgt auf eine literaturbasierte Fundierung eine ethnographisch verfasste Betrachtung dieser drei Ebenen im Projekt, das zusätzlich hinsichtlich partizipativer Strukturen befragt wird. Darüber hinaus schließt die im Kontext wissenschaftlicher Begleitforschung entstandene Thesis eine formative Evaluation ein, um einen Zwischenstand der Projektentwicklung abzubilden und Gelingensbedingungen aufzuzeigen.

Von Nina Simon (2016)

Normalität entnormalisieren - Möglichkeiten der Arbeit mit „neutralen“ (?) Masken im Kontext rassismuskritischer Bildungsarbeit

Theaterpädagogische Arbeit mit Masken kann unter anderem für rassismuskritische Überlegungen fruchtbar gemacht werden. Am Beispiel der Arbeit mit sogenannten „neutralen“ Masken wird nach Möglichkeiten gefragt, ob und wie im Rahmen der Arbeit mit „Neutralmasken“ Normalität entnormalisiert und damit ein Beitrag zu einer migrationsgesellschaftlich orientierten kunst- und theaterpädagogischen Bildungsarbeit geleistet werden kann.