Themenfeld:

Teilhabe & Partizipation

Kulturelle Bildung für alle! Ausgrenzung und Teilhabe sind Schlüsselbegriffe in der Debatte um ein gelingendes Leben und bessere Bildungschancen durch Kunst und Kultur. Die Dimensionen sozialer und kultureller Ungleichheit und Überlegungen dazu, was Teilhabegerechtigkeit auszeichnet und wie sich Partizipation und Teilhabechancen in der Kulturellen Bildung verbessern lassen, bestimmen die Reflexionen der Autor*innen in diesem Themenfeld.

130 Beiträge im Themenfeld

Von Katharina Witte, Susanne Leitner (2026)

Resonanzräume im Creative Mode. Emanzipation, Widerstand und Transformation durch Kulturelle Bildung in Diskriminierungsverhältnissen

Im Projekt RESONARE begeben sich Schüler*innen mit zugeschriebenem sonderpädagogischen Förderbedarf ESENT in einen „Creative Mode“. Wie entstehen dabei Resonanzräume, in denen sich die jungen Menschen kreativ ausdrücken und gehört werden? Wie werden diese Räume eröffnet, erstritten, umkämpft? Der Beitrag verbindet Praxis, Forschung und Theorie und zeigt Potenziale, Ambivalenzen und Transformationsimpulse Kultureller Bildung.

Von Ronja Kampschulte  (2026)

Partizipation als Prozess – Aushandlungen von Macht, Ästhetik und künstlerischer Forschung im Musikvermittlungsprojekt :juba

Partizipation als Aushandlungsprozess: Die Autorin untersucht im Musikvermittlungs- und Kooperationsprojekt :juba des zentrum für alte musik in Köln, wie ästhetische Praxis, künstlerische Forschung und institutionelle Rahmungen miteinander verschränkt sind. Es wird dargelegt, wie Machtverhältnisse und strukturelle Bedingungen Einfluss auf die Gestaltung und Erfahrung kultureller Teilhabe nehmen.

Von Joanna Sinoplu (2026)

Beteiligung braucht Haltung: Machtkritische Kulturelle Bildung an der Schnittstelle Sozialer Arbeit

Der Beitrag analysiert Adultismus an der Schnittstelle Kultureller Bildung und Sozialer Arbeit. Dabei fokussiert er die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit Macht bei Fachkräften in der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit und zeigt auf, dass die Auseinandersetzung mit Adultismus zentral für eine vorurteilsbewusste, partizipative und intersektional ausgerichtete kulturpädagogische Praxis ist.

Von Marion Gerards, Norbert Frieters-Reermann (2026)

Reflexiv, machtkritisch und kreativ. Gelingensbedingungen und Handlungsanregungen für eine diversitätssensible ästhetische Praxis in Kontexten Sozialer Arbeit und Kultureller Bildung

Ästhetische Praxen sind nicht per se radikal oder widerständig, sondern sie sind als soziale Praxen in Machtverhältnisse eingebettet. Der Beitrag trägt Gelingensbedingungen und Handlungsanregungen einer diversitätssensiblen und machtkritischen ästhetischen Praxis in Kontexten Sozialer Arbeit und Kultureller Bildung zusammen.

Von Matthias Gräßlin, Katharina Witte (2026)

Radikal inklusiv – Von der Teilhabe zur Gestaltung in kultureller Vielfalt

Der an sich offene und auf der Vorstellung sozialer Vielfalt basierende Begriff der Inklusion wird allzu oft auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen reduziert. Ist er damit in seinem ursprünglichen Verständnis unbrauchbar geworden? Wie lässt sich Inklusion radikal neu denken? Wie kann eine konsequent inklusive Kulturelle Bildung aussehen und wie lässt sie sich realisieren?

Von Anne Pretzsch (2026)

Resonanziator. Hartmut Rosas Resonanztheorie zur Entwicklung eines Feedbacktools

Im Projekt Nachmachen erforschen Kinder, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen gemeinsam das transformative Potenzial von Wiederholung im Kontext von Performancekunst und Vermittlung. Mit dem Resonanziator – einem leuchtenden Feedbackgerät inspiriert durch Hartmut Rosas Resonanztheorie – werden kindliches Feedback und Resonanzprozesse sichtbar, hörbar und in einen performativen Akt überführt.

Von Charlotte Prokop (2026)

„Das Theater war für mich immer ein sicherer Ort“: Wie kreative Räume Jugendliche stärken und Resilienz fördern

Kinder und Jugendliche fühlen sich psychisch zunehmend belastet. Das Recht junger Menschen auf ein sicheres und gesundes Aufwachsen ist als ein Kinderrecht automatisch auch Auftrag für Träger und Fachkräfte. Anhand einer Befragung wird aufgezeigt: Psychisch belastete Jugendliche fühlen sich an Orten der Kulturellen Bildung wohler und sicherer. Der Artikel diskutiert Potenziale Kultureller Bildung für Prävention, Destigmatisierung und Resilienz.

Von Elisabeth Faul, Beate Slansky (2025)

It’s Our Cake as Well* - Jugendbeteiligung in Kunstmuseen

Wie können Kunstmuseen junge Menschen wirklich beteiligen? Der Beitrag zeigt, welche Potenziale Jugendgremien für eine demokratisch erneuerte Museumsarbeit bergen und welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, damit ihre Stimmen nicht nur gehört, sondern wirksam werden. Der Fachtext wird ergänzt von zwei Podcasts, in denen die Erfahrungen mit dem Jugendgremium Achtet Alis MB der Staatlichen Museen zu Berlin reflektiert werden.

Von Cecilia Durojaye-Prüfer (2025)

Drumming Belonging: Partizipative Musikpraktiken für kulturelle Inklusion und ästhetische Bildung

Was entsteht, wenn Jugendliche durch Rhythmus in Beziehung treten? Der Beitrag zeigt, wie partizipatives Trommeln mit afrikanisch-migrantischen Jugendlichen in Deutschland wahrnehmungs- und prozessorientiert neue Wege kultureller Teilhabe eröffnet und so neue Erfahrungen der Zugehörigkeit ermöglicht.

Von Ulrike Hatzer, Claudia Heu, Georges Pfründer (2025 / 2025)

Wieso ist hier alles so leise? Nachdenken über das co-kreative Projekt «Playground for Tomorrow»

Der Beitrag reflektiert das performative Universitätsprojekt Playground for Tomorrow, das danach suchte, wie co-kreative Prozesse in einer Institution gelingen können, wenn traditionelle Rollen zwischen Lehrenden und Studierenden bewusst irritiert werden. Studierende und Dozierende als Künstler*innen entwickelten gemeinsam Rituale, Interventionen und Texte - diesbezügliche Prozesse und widerständige Praktiken werden diskutiert.