Themenfeld:

Teilhabe & Partizipation

Kulturelle Bildung für alle! Ausgrenzung und Teilhabe sind Schlüsselbegriffe in der Debatte um ein gelingendes Leben und bessere Bildungschancen durch Kunst und Kultur. Die Dimensionen sozialer und kultureller Ungleichheit und Überlegungen dazu, was Teilhabegerechtigkeit auszeichnet und wie sich Partizipation und Teilhabechancen in der Kulturellen Bildung verbessern lassen, bestimmen die Reflexionen der Autor*innen in diesem Themenfeld.

109 Beiträge im Themenfeld

Von Christine Kramer (2024 / 2023)

Teilhabe in der Kultur der Digitalität – Kinderarmut und die Chancen digitaler Bildung

Die Hauptthese dieses Beitrags führt aus, dass eine Perspektive auf das Phänomen der Digitalisierung – und nichts anderes meint Digitalität – ihre soziale und medienpädagogische Relevanz aus den von Felix Stalder in seiner „Kultur der Digitalität“ beschriebenen Kerncharakteristiken bezieht. Verdeutlich wird, dass es darum gehen muss, Kindern und Jugendlichen Kulturtechniken der Digitalität, u. a. Referenzialität und Gemeinschaftlichkeit, zu vermitteln. Medienpädagogische Angebote können auf diese zentralen kulturellen Fertigkeiten abheben, um Teilhabe zu erreichen.

Von Marius Wiechmann (2024)

Kunst und Individualität in der DDR

Welche Rolle hatte Kunst in der Diktatur in Bezug auf die Persönlichkeitsbildung? Neben der theoretischen Annäherung auf die Frage zeichnet das Interview mit einer Zeitzeugin, die Zirkelmitglied, später Leiterin des Zirkels schreibender Arbeiter und in der Wendezeit Leiterin des Klubhauses „Joliot Curie" des Stahl- und Walzwerkes Riesa war, Antworten auf. Auch zu Fragen wie: Wie gestaltete sich die Arbeit im Klubhaus während der DDR? Warum schloss das Klubhaus nach der Wende? Welche Zirkel haben die Transformation in die bundesdeutsche Vereinslandschaft geschafft und warum?

Von Antje Winkler (2024)

Klassismus und Kulturelle Bildung im Kapitalismus. Ansichten eines Critical Friends aus postsozialistischer Perspektive

Der Beitrag ist eine Re-Lektüre des Dossiers Klassismus und Kulturelle Bildung. Die Autorin füllt mit ostdeutscher Perspektive und kapitalismuskritischer Kontextualisierung eine Leerstelle des Diskurses. Sie reflektiert: Was bedeutet Klassismus in Ostdeutschland? Was sind die postsozialistischen Potenziale Kultureller Bildung? Warum dominiert nach über 30 Jahren immer noch ein westdeutsches Paradigma und wie könnte dieses paradigmatische Verhältnis zum neuen Aufgabenfeld einer Kulturellen Bildung für alle werden?

Von Tanja Abou (2024)

Wer hat Angst vorm Bockflötenproletariat? Elitensicherung, Klassismus und die (Un-)Begrenztheit des Sagbaren

Am Beispiel der 2010 gescheiterten Bildungsreform in Hamburg übersetzen Text und Comic, wie die strukturelle Undurchlässigkeit des Bildungssystems mit klassistischen Bildern auf vermeintliche klasseninhärente Kulturpraxen reduziert wird. Deutlich wird, wie scheinbar harmloses Vorgehen Klassismus normalisiert und wie notwendige Beteiligungs- bzw. Gegenstrategien aussehen können.

Von Livia Knebel (2024)

Kulturelle Bildung in ländlichen Räumen vor und nach 1990 ― Zugänge zu Kunst und Kultur im ostdeutschen Wandel

„Kultur für alle": Der Stellenwert dieser kulturpolitischen Forderung der 1970er Jahre wird in diesem Artikel zum einem im Kontext der Kulturpolitik der BRD und der DDR dargestellt. Zum anderen wird diese Forderung in Bezug auf die Kulturelle Bildung der Nachwendejahre, Gegenwart und Zukunft Ostdeutschlands, konkret dem Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien geprüft. Zugleich möchte der Artikel zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit den Errungenschaften der DDR-Kulturpolitik anregen.

Von Türkân Deniz-Roggenbuck, Dirk Sorge (2024 / 2023)

Wissen im Kontext von Machtasymmetrien und Dominanzsystemen - eine Frage von Erfahrung, Haltung und Motivation

Welches Wissen fehlt in Kultureinrichtungen mit Blick auf Teilhabe und Teilgabe von Macht? Im gemeinsamen Gespräch reflektieren die beiden Autor*innen Wissenstransfer- und Veränderungsprozesse in Kultureinrichtungen ausgehend von ihrer Arbeitspraxis als Berater*innen im Bereich Inklusion und Diversität. Im Kontext des Dossiers über Wissenstransfer sind die beiden Autor*innen hierzu im Gespräch.

Von Birte Werner, Josefine Jochum (2024)

Wie Förderprogramme Wissenstransfer unterstützen können

Mit seinen Förderungen und Angeboten unterstützt das Zentrum für Kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg den Wissenstransfer zwischen Kulturakteur*innen in Baden-Württemberg. Wie aber gelingt das? Für das Dossier interviewen Anne Hartmann und Kerstin Hübner die Autorinnen dieses Beitrags.

Von Julia Effinger, Birgit Mandel, Magdalena Nizioł (2024)

Dom kultury – Maison de la Culture – Kulturhaus und Soziokultur

Initiiert von der Arbeiter*innen- und Volksbildungsbewegung entstanden im 19. Jahrhundert die Kulturhäuser in Europa. Der Beitrag lenkt den Blick nach Frankreich, Polen und Deutschland, stellt die spezifische Geschichte sowie das Wirken bis in die Gegenwart vor: Was sind Gemeinsamkeiten, was sind wesentliche Unterschiede in der kulturpolitischen Steuerung, Organisation, Finanzierung sowie den kulturellen Programmen zwischen den drei Ländern? Welchen Stellenwert haben sie jeweils für ländliche Regionen?

Von Stefanie-Lahya Aukongo, Nadja Damm (2024)

»Es gibt zu wenig Bühnen für meine Leute.« Gespräch mit Lahya Aukongo über die heilende Kraft von Spoken Word und Poetry

Wie lässt sich Klassismus mit Spoken Word und Kreativem Schreiben aufbrechen? Und welche Rolle spielt dabei die intersektionale Verschränkung von Klassismus mit anderen sozialen Ungleichheitsverhältnissen? Nadja Damm, Mitherausgeberin des kubi-online Dossiers zu Klassismus, spricht mit der Autor*in und Künstler*in Lahya Aukongo über befreiende Poesiearbeit und die Intersektion von Klassismus mit anderen Diskriminierungsformen.

Von Katrin Höhne, Lutz Schäfer (2023)

Kulturelle Bildung als ungesicherte Praxis

Kulturelle Bildung, künstlerische Praxis als Begegnung mit dem Unverfügbaren können als eine lebendige, risikoreiche, singuläre Auseinandersetzung mit sich selbst, Anderen und Anderem dienen und als offener Dialog einer ungesicherten, staunenden, herantastenden, verändernden Praxis eine Antwort auf die aktuellen Krisen sein: in Form der transformatorischen Bildung.