Themenfeld:

Künste, Natur, Nachhaltigkeit

Ziel dieser Wissensplattform kubi-online ist es, Erkenntnisse aus Forschung, Theorie und Praxis der Kulturellen Bildung zusammenzuführen und dieses Wissen bildungspolitisch, kulturpädagogisch und wissenschaftlich nutzbar zu machen. Im Themenfeld „Künste, Natur, Nachhaltigkeit“ finden kubi-online Nutzer*innen Fachbeiträge, die die Schnittstelle von Kunst, Natur und Nachhaltigkeit zur Kulturellen Bildung, deren Bedingungen und Möglichkeiten beleuchten. Kunst und Natur bieten Erfahrungsräume, die für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft heute wichtiger denn je sind. Die Künste sind dabei nicht nur selbst Bestandteil eines nachhaltigen Entwicklungsprozesses, sondern können auch Multiplikatoren in der Sensibilisierung und Identifizierung für Themen von Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit sein.

52 Beiträge im Themenfeld

Von Lena Sandel (2026)

In Resonanz mit der Natur – Ästhetische Erfahrungsprozesse und Transformationen mit Störungen

Der vorliegende Beitrag untersucht anhand konkreter Beispiele die ästhetische Praxis in der urbanen Natur und deren Potenzial für resonante Beziehungen unter Berücksichtigung der Resonanztheorie Hartmut Rosas. Die Stadtnatur erweist sich nicht nur als ein weiterer Spielort für Kulturelle Bildung, sondern rückt als Resonanz- und Erfahrungsraum für ALLE in den Fokus.

Von Nicola Lepp (2025)

Mit der Welt bilden. Ökologien der Kulturellen Bildung im Anthropozän

Der Beitrag fragt vor dem Hintergrund ökologischer Krisen nach einer Neuausrichtung der Kulturellen Bildung im Anthropozän: Welche Rolle kommt der Kultureller Bildung in diesem Kontext zu und was kann sie dazu beitragen, um dringend notwendige neue Weltbeziehungen zu meistern? Der Text unterbreitet Vorschläge für theoretische Rahmungen und Vorschläge zu Praktiken, die ein relationales Bildungsverständnis im Zeichen ökologischen Denkens in den Fokus rücken.

Von Stefanie Bracht-Schubert, Silke Hollender, Karin Kranhold, Sabina Meier Zur (2025)

Der Park als Erfahrungsraum im Anthropozän

Wie wird die Klimakrise im Park Schloss Sanssouci für Besucher*innen ästhetisch erfahrbar und welche Handlungsoptionen ergeben sich daraus? Im Interview wird die Vermittlungskonzeption und -praxis der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Bezug auf Klimakrise und Nachhaltigkeit anschaulich vorgestellt und anhand einer konkreten Open-Air-Ausstellung bezüglich ihrer Resonanz reflektiert.

Von Kristine Preuß (2025)

Die Welt berühren: Eine ökosensible Kunstvermittlung der Verbundenheit mit dem Lebendigen

Wie können Kunst und Natur in der Bildungsarbeit miteinander in Beziehung treten? Der Beitrag stellt die ökosensible Kunstvermittlung am Museum Sinclair-Haus der Stiftung Kunst und Natur vor: einen Ansatz, der der Entfremdung zwischen Mensch und Mitwelt mit neuen Formen der Verbundenheit begegnet und Resonanzräume eröffnet, in denen die Beziehung zur lebendigen Umwelt neu erfahrbar wird.

Von Hannes Brunner, Doris Sprengel, Sandra Junghardt, Karin Kranhold (2025)

Vom „quadratischen Denken“ zur transformatorischen Erkenntnis: Eine Textmontage zu künstlerischen Praktiken für Kulturelle Bildung im Anthropozän

Welche Herausforderungen und Paradoxien entstehen durch das Anthropozän in der künstlerischen Arbeit und wie können diese zugleich durch künstlerische Arbeit sichtbar gemacht werden? Die Textmontage übersetzt künstlerische Interventionen einer Tagung in neue Wahrnehmungsräume, um Themen des Anthropozäns in Künstlerischer Forschung verhandelbar zu machen.

Von Oktay Bilgi (2025)

Kulturelle Bildung in Multispezies-Welten. Neue Wege des Lernens in einer verletzlichen Welt

Der Beitrag versteht die zeitdiagnostische Signatur des Anthropozäns als Impuls zur Erkundung alternativer Möglichkeiten Kultureller Bildung: Welche Verschiebungen ergeben sich im Verständnis Kultureller Bildung, wenn menschliches Leben und mehr-als-menschliches Leben gleichermaßen Teil unserer Vorstellungen einer lebenswerten Zukunft werden? Wie verändern sich Akteur*innen und Adressat*innen Kultureller Bildung, wenn auch die kulturell-produktive Dimension mehr-als-menschlicher Welten in den Blick gerät?

Von Ute Pinkert (2025)

Das Mensch-Natur-Verhältnis als Impuls für eine kritische Kulturelle Bildung im Anthropozän

Wie lassen sich im Angesicht der menschengemachten Klimakrise die Metadiskurse zum Mensch-Natur-Verhältnis für Kulturelle Bildung fruchtbar machen? Der Beitrag verknüpft Diskursanalyse, Begriffskritik und bildungstheoretische Überlegungen mit praxisbezogener Reflexion. Er schlägt einen Bogen von der Situierung der Kulturellen Bildung im Kontext des Anthropozän-Konzeptes über eine Diskussion von Menschenbildern und Naturbegriffen hin zu einem Verständnis von Mensch-Natur-Beziehungen, das der Komplexität eines Sowohl-als-Auch gerecht werden kann.

Von Andrina Jörg, Julia Niederhauser (2025)

Paranatur Forschungslabor – Pflanzenwelt der Zukunft? Vom Kunstprojekt zu neuen Expertisen von Schüler*innen

Auf der Basis einer paradoxen Intervention werden Teilnehmende im „Paranatur Forschungslaboratorium“ eingeladen, mit Alltagsobjekten aus Kunststoff an einer Pflanzenwelt der Zukunft mitzuforschen. Der Beitrag beschreibt die Entwicklung des künstlerisch-forschenden Vermittlungsprojekts, welches im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojektes in Kombination mit BNE für den Unterricht ausgearbeitet wurde.

Von Kathrin Meyer (2025)

Ökosensibles Kuratieren: Lebendigkeit erzählen, Beziehungen knüpfen

Der Text beleuchtet die theoretischen Grundlagen, die Praxis und Potenziale von ökosensiblem Kuratieren. Ausgehend von kuratorischen Projekten am Deutschen Hygiene-Museum Dresden und dem Museum Sinclair-Haus untersucht der Text, wie öko-sensibles Kuratieren dazu beitragen kann, die Welt als lebendiges Gefüge aus Menschen, Tieren, Pflanzen, Pilzen und anderen Wesen zu erfahren. Im Fokus stehen Ausstellungen, die im Dialog von Künsten und Wissenschaften Wege eröffnen, andere Lebewesen als Mitwesen wahrzunehmen – und damit neue Beziehungsformen zwischen Mensch und Welt zu entwerfen.

Von David Adler (2025)

Kulturelle Bildung unter den Bedingungen des Anthropozäns. Neue Perspektiven auf das Zusammenleben menschlicher und nicht-menschlicher Wesen

Künste und Kulturelle Bildung können neue Zugänge zum Anthropozän schaffen. Mit ihren vielfältigen kreativen Formen vermitteln sie das Bild des neuen Erdzeitalters und ergänzen die wissenschaftliche Darstellung. Sie richten ihren Blick lokal und situativ auf diverse regionale Auswirkungen, aber auch auf neue, überraschend lebensspendende Konstellationen. Sie können Bewohner*innen ländlicher Räume empowern und nicht zuletzt zur Einübung neuer Praktiken einladen, die den zerstörerischen Effekten global standardisierter kapitalistischer (Land-)Wirtschaft entgegenwirken. Der Beitrag zeigt Diskurse auf und ermöglicht Praxiseinblicke.