Themenfeld:

Bildende Kunst

In der Spezifik der künstlerischen Ausdrucks- und Kommunikationsformen und der Praxisvielfalt von Angebotsformaten und Bildungsorten wird dieser Bereich vermessen: mit Fachbeiträgen zu den Besonderheiten des sich Bildens in dieser Kunstsparte; mit Differenzierungen zu Zielen und Herausforderungen für unterschiedliche Strukturen, Akteure, Adressat*innen und Lebensalter, zwischen formalem, non-formalem und informellem, rezeptivem oder produktivem Bildungs- und Vermittlungskontext; mit Auseinandersetzungen über aktuelle Ausrichtungen von Konzepten und gesellschaftliche Entwicklungen und Sichtweisen in dieser Sparte „Bildende Kunst“.
Vorschläge für weitere Fachreflexionen richten Sie gerne an: redaktion@kubi-online.de.

58 Beiträge im Themenfeld

Von Stefanie Bracht-Schubert, Silke Hollender, Karin Kranhold, Sabina Meier Zur (2025)

Der Park als Erfahrungsraum im Anthropozän

Wie wird die Klimakrise im Park Schloss Sanssouci für Besucher*innen ästhetisch erfahrbar und welche Handlungsoptionen ergeben sich daraus? Im Interview wird die Vermittlungskonzeption und -praxis der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Bezug auf Klimakrise und Nachhaltigkeit anschaulich vorgestellt und anhand einer konkreten Open-Air-Ausstellung bezüglich ihrer Resonanz reflektiert.

Von Hannes Brunner, Doris Sprengel, Sandra Junghardt, Karin Kranhold (2025)

Vom „quadratischen Denken“ zur transformatorischen Erkenntnis: Eine Textmontage zu künstlerischen Praktiken für Kulturelle Bildung im Anthropozän

Welche Herausforderungen und Paradoxien entstehen durch das Anthropozän in der künstlerischen Arbeit und wie können diese zugleich durch künstlerische Arbeit sichtbar gemacht werden? Die Textmontage übersetzt künstlerische Interventionen einer Tagung in neue Wahrnehmungsräume, um Themen des Anthropozäns in Künstlerischer Forschung verhandelbar zu machen.

Von Joachim Penzel (2025)

Äußerer Wandel setzt inneren Wandel voraus: Ganzheitliche Subjektförderung als Basis der Nachhaltigkeit in der Kulturellen Bildung. Eine Praxisreflexion

Innerhalb der Lebenswissenschaften wird die Leitidee einer Relativierung und Dezentrierung der menschlichen Subjektposition im gewachsenen Naturverhältnis der westlichen Gesellschaft als wichtige Voraussetzung für die Überwindung des Anthropozentrismus betrachtet. Der Artikel zeigt ausgehend von einem kunstpädagogischen Workshop zum Thema Erde und Böden, dass eine gelingende Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) jedoch zunächst eine Stärkung der Subjektbasis benötigt. Das Konzept einer achtsamen und ganzheitlichen Kulturellen Bildung verbindet darauf aufbauend äußere und innere Nachhaltigkeitsziele (SDGs und IDGs) zu einer methodisch fundierten, praktisch wirkungsvollen Einheit.

Von Oxana Ivanova-Chessex , Anja Morawietz (2025 / 2025)

(Ent)auratisierungen – Videographische Analysen zur Materialität des Bildes in der Kunstrezeption der ersten Schuljahre

Wie wird eine Farbkopie im Klassenzimmer als Kunst lesbar? Der Beitrag beschäftigt sich mit sozialen Praktiken der Kunstrezeption im Unterricht, die zwischen Re- und Entauratisierungen eines Bildes oszillieren. Anhand von ausgewählten Szenen aus Videodaten, die Bildrezeptionen mit Kindern des Kindergartens und der ersten Primarschulklasse in der Schweiz analysieren, wird aufgezeigt, wie Lehrpersonen und Kinder die Beziehung zwischen den Originalen der Kunst, die im Atelier, in der Galerie oder im Museum anzutreffen sind, und deren Reproduktionen im Klassenzimmer gestalten.

Von Joachim Penzel (2025)

Ganzheitliche Kunstpädagogik – Auf der Suche nach einer verbindenden Methodologie innerhalb eines heterogenen Systems

Die Fachdidaktik der Kunstpädagogik ist seit ihrer Entstehung im frühen 20. Jahrhundert gekennzeichnet vom Zustand einer methodischen Pluralität. Diese hat in den letzten beiden Jahrzehnten enorm zugenommen und einen Zustand fachlicher Orientierungslosigkeit bei Studierenden und Lehrenden erzeugt. Der Beitrag skizziert eine übergreifende Methodologie, die ausgehend von grundlegenden didaktischen Funktionen den heterogenen Lehrkonzepten einen gemeinsamen Rahmen bietet.

Von Lisa Niederreiter (2025)

Das „Offene Atelier“ als inklusive Lehrveranstaltung an einer Hochschule des Sozialen

Der Beitrag umreißt die Konzeption, Durchführung und empirische Auswertung einer inklusiven, künstlerisch-methodischen Lehrveranstaltung an einem FB Sozialer Arbeit. Die Ergebnisse zeigen die prominente Funktion methodisch improvisierender künstlerischer Werkbegleitung für inklusive Prozesse und Lernerfolge. Die Prozesse des freien Kunstmachens lassen mentale Behinderungen zurücktreten, mögliche Zuschreibungen schwächen sich ab, Kooperationen entstehen.

Von Sarah Kuschel, Jacqueline Streit (2025)

Lebendig und neugierig bleiben - Qualifizierung von Lehrkräften in der Kulturellen Bildung

Welche Bedeutung haben Weiterbildungen für Lehrkräfte im Kontext Kultureller Bildung und welche Herausforderungen stellen sich in Bezug auf Qualifizierungsangebote angesichts steigender Anforderungen an Lehrer*innen? Der vorliegende Beitrag greift diese Fragen für das Land Niedersachsen an Beispielen der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel auf.

Von Alena Zhukovskaya (2025)

Wirkung künstlerischer Impulse im Kontext Schule

Der Beitrag fasst die Erkenntnisse einer Masterarbeit zusammen, die untersucht, welche Wirkungstendenzen das Artist-in-Residence-Programm an der Stadtschule Schlüchtern entfalten konnte. Insbesondere Aspekte der Künstler:in-Rolle, der „Verzahnung“ mit oder der Entwicklung von Unterricht sowie der Persönlichkeitsbildung der Schüler:innen werden kritisch beleuchtet.

Von Ulrike Stutz (2024)

Transformation gestalten – Kooperationen Kultureller Bildung und Schule im Kontext von Schulschließungen. Herausforderung und Potenziale für den ländlichen Raum Ostdeutschlands

Die Schließung von Schulen stellt insbesondere im ländlichen Raum Ostdeutschlands eine Problematik dar, die mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen einhergeht. Hiervon ist auch die Kulturelle Bildung betroffen, denn Schulen entfallen damit als Kultur-Orte und als Felder der Zusammenarbeit. Es kann die Frage gestellt werden, ob und inwiefern Schul-Kooperationsmodelle interdisziplinäre Vernetzungen ermöglichen, die Innovationspotenzialen Kultureller Bildung Raum geben.

Von Torsten Meyer (2024)

Imaginäre Aktanten und das Subjekt (in) der Kulturellen Bildung

Künstliche Intelligenzen wie ChatGPT und aktuelle bildgenerative KIs sind derzeitiger Höhepunkt des komplexen technologischen und kulturellen Wandlungsprozesses, der zur „Kultur der Digitalität“ führt. Der Beitrag diskutiert die Bedeutung Künstlicher Intelligenz für ästhetische Bildungsprozesse. Er untersucht Wirkungen auf unser Verständnis von Bild, Betrachter:innenstandpunkte und Subjektpositionen und befasst sich mit dem Verlust von Vertrauen in den algorithmischen Medienkulturen.