Themenfeld:

Wissenschaft

Im Themenfeld „Wissenschaft" finden Nutzer*innen der Wissensplattform kubi-online alle Fachbeiträge zusammengestellt, die aus theoretischer Perspektive Begriffs- und Praxisentwicklungen beleuchten und Erkenntnisse empirischer Forschung und wissenschaftlicher Studien diskutieren.

Um angesichts der Summe dieser vielen Theorie- und Forschungsartikel eine Orientierung zu erleichtern, sind alle wissenschaftlichen Texte auf kubi-online zusätzlich folgenden vier Rubriken zugeordnet: 

585 Beiträge im Themenfeld

Von Max Fuchs (2025 / 2024)

Bildung im digitalen Kapitalismus – einige Überlegungen aus kulturpädagogischer Sicht

Was ist bei der Diskussion des Zusammenhangs von Digitalisierung, Bildung und Kapitalismus zu berücksichtigen und welche Rolle könnte Kulturelle Bildung spielen, wo die Digitalisierung charakteristische Aspekte einer kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstärkt? Für eine emanzipatorische Bildungsarbeit ist es eine entscheidende Frage, ob es gelingt, Distanz zu gesellschaftlichen Denkformen, in die kapitalistische Strukturprinzipien eingeschrieben sind, zu gewinnen.

Von Nina Grünberger (2025 / 2024)

Vom Kolonialismus zum Code. Dekolonialisierende Fragen an medien-/pädagogische Verhandlungen digital-kapitalistischer Strukturen

Gegenwärtig nimmt eine gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit hegemonialer Macht und Ubiquität von IT-Monopolen im Bildungskontext zu. Die Debatte wird unter dem Schlagwort des Digitalen Kapitalismus und mehrheitlich aus Perspektive des Globalen Nordens geführt. Dieser Beitrag geht über eine solche Perspektive hinaus und skizziert Phänomene digital-kapitalistischer Macht im Bildungskontext aus dekolonialisierender Perspektive. Er etabliert primär einen theoretischen Zugriff auf das Thema, den es in weiteren Forschungsbemühungen zu vertiefen gilt.

Von Oxana Ivanova-Chessex , Anja Morawietz (2025 / 2025)

(Ent)auratisierungen – Videographische Analysen zur Materialität des Bildes in der Kunstrezeption der ersten Schuljahre

Wie wird eine Farbkopie im Klassenzimmer als Kunst lesbar? Der Beitrag beschäftigt sich mit sozialen Praktiken der Kunstrezeption im Unterricht, die zwischen Re- und Entauratisierungen eines Bildes oszillieren. Anhand von ausgewählten Szenen aus Videodaten, die Bildrezeptionen mit Kindern des Kindergartens und der ersten Primarschulklasse in der Schweiz analysieren, wird aufgezeigt, wie Lehrpersonen und Kinder die Beziehung zwischen den Originalen der Kunst, die im Atelier, in der Galerie oder im Museum anzutreffen sind, und deren Reproduktionen im Klassenzimmer gestalten.

Von Viktoria Flasche (2025)

Verwicklung. Methoden Kultureller Bildung im Kommentar

Kulturelle Bildungsforschung ist stets auch Selbstbefragung – dieser Text reflektiert, wie sich methodisches Arbeiten im Spannungsfeld ästhetischer Praxis und wissenschaftlicher Reflexivität bewegt. Ausgehend von Spivaks Diktum „We are implicated in what we study“ werden sechs Verwicklungen beschrieben und im Spannungsfeld zwischen künstlerischer Praxis, ästhetischer Sensibilität und wissenschaftlicher Systematik diskutiert. Daraus abgeleitet wird die Anforderung, relationales Denken und situiertes Forschen als Prämissen für kulturelle Bildungsforschung anzuerkennen.

Von Romy Schubert, Britta Klopsch, Elisa Adams (2025)

Selbstevaluation als Motor der kulturellen Schulentwicklung? Erfahrungen und Herausforderungen an Kulturschulen

Wie evaluieren Kulturschulen ihre Entwicklungsprozesse? Welche Methoden werden in welchem Kontext eingesetzt? Und wie können die Lernenden aktiv mitgestalten? Der Beitrag beleuchtet Herausforderungen und Chancen der Selbstevaluation aus einer aktuellen qualitativen Studie.

Von Michaela Kramer, Angela Tillmann (2025)

Jugend und ihre Bilder der Nachhaltigkeit. Die Forschungsskizze zum Projekt „Expanding Narratives"

Das partizipative Forschungs- und Bildungsprojekt „Expanding Narratives. Youth and Their Images of Sustainability“ verknüpft Ansätze der kulturellen Medienbildung mit jenen der Bildung für nachhaltige Entwicklung und postkolonialen Perspektiven. Im Zentrum steht die Konzeption, Durchführung und wissenschaftliche Begleitung eines mehrphasigen Workshops, an dem Jugendliche im Alter von 16 bis 21 Jahren aus Tansania und Deutschland teilnehmen und eigene Ideen und Zukunftsvisionen fotografisch umsetzen.

Von Luise Fischer (2025)

Über Tanz und Forschung in der Kulturellen Bildung als bewegende Begegnung. Eine Erkundung von Prozess und Erfahrung im posthumanen Paradigma

Dieser Aufsatz verbindet das posthumane/neu-materialistische Paradigma mit der Forschung zur Kulturellen Bildung und nutzt Tanz als Metapher für relationales Werden/Veränderung. Er betont den künstlerisch-kreativen Charakter als zentrale Wissensquelle und zeigt, wie prozessorientierte Forschung ästhetische und verkörperte Erfahrungen ins Zentrum stellt und das „Wie“ des Forschens neu denkt.

Von Christoph Scheurle (2025 / 2021)

Gegen: Haltung! Theater als sozialkünstlerisches Projekt im Kontext Sozialer Arbeit

Theaterpädagogik im Rahmen Sozialer Arbeit wird oftmals als rein soziales Projekt (miss)verstanden. Ursächlich dafür ist eine Haltung, die an bestimmte Normative geknüpft ist und auf politisches Empowerment zielen. Theater als sozial-künstlerisches Projekt will aber auch ästhetisch empowern. Dafür muss soziale Wirklichkeit nicht nur analysiert und reflektiert, sondern in der Bühnenrealität auch künstlerisch transformiert werden. Künstlerisch-ästhetische Verfahren, die dabei zur Anwendung kommen, bedingen eine offene Haltung.

Von Tom Braun, Jule Korte, Lisa Unterberg (2025)

Was macht’s? Methodenfiktion oder das Nachdenken über das Unbehagen an der Methode

Methoden gelten oft als neutrale Werkzeuge zur Erkenntnisgewinnung – doch sie formen Wirklichkeit mit. Der Artikel lädt dazu ein, methodisches Handeln in Forschung, Bildung und Kunst neu zu denken: als situiert, machtvoll und gestaltbar. Eine Einladung zur kritischen Reflexion und zum Perspektivwechsel.

Von Bianca Baßler, Fenna tom Dieck (2025)

Kulturelle Bildung trifft partizipative Forschung – Ziele und Herausforderungen in der Startphase multidisziplinärer Kollaboration

Kulturelle Bildung trifft Forschung – und dann? Der Artikel zeigt auf, wie ertragreich eine solche Kollaboration im Rahmen eines partizipativen Forschungsprojekts sein kann und wie wichtig dabei Beziehungsarbeit und Reflexion sind. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Perspektivenwechsel und auf der Aushandlung der Übernahme von Verantwortung.