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Theorie- und Praxisentwicklungen

222 Beiträge im Themenfeld

Von Nina Grünberger (2025 / 2024)

Vom Kolonialismus zum Code. Dekolonialisierende Fragen an medien-/pädagogische Verhandlungen digital-kapitalistischer Strukturen

Gegenwärtig nimmt eine gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit hegemonialer Macht und Ubiquität von IT-Monopolen im Bildungskontext zu. Die Debatte wird unter dem Schlagwort des Digitalen Kapitalismus und mehrheitlich aus Perspektive des Globalen Nordens geführt. Dieser Beitrag geht über eine solche Perspektive hinaus und skizziert Phänomene digital-kapitalistischer Macht im Bildungskontext aus dekolonialisierender Perspektive. Er etabliert primär einen theoretischen Zugriff auf das Thema, den es in weiteren Forschungsbemühungen zu vertiefen gilt.

Von Stefan Gebhard (2025)

Performance mit Lebensmitteln? Reflexionen neoliberaler Disziplinierung ästhetischer Praxis im Anthropozän

Darf Kunst verschwenden? Der Beitrag diskutiert, warum das Unbehagen an performativer Lebensmittelnutzung mehr über neoliberale Nachhaltigkeitsimperative verrät als über Kunst – und warum Kulturelle Bildung andere Antworten auf das Anthropozän finden muss.

Von Christoph Scheurle (2025 / 2021)

Gegen: Haltung! Theater als sozialkünstlerisches Projekt im Kontext Sozialer Arbeit

Theaterpädagogik im Rahmen Sozialer Arbeit wird oftmals als rein soziales Projekt (miss)verstanden. Ursächlich dafür ist eine Haltung, die an bestimmte Normative geknüpft ist und auf politisches Empowerment zielen. Theater als sozial-künstlerisches Projekt will aber auch ästhetisch empowern. Dafür muss soziale Wirklichkeit nicht nur analysiert und reflektiert, sondern in der Bühnenrealität auch künstlerisch transformiert werden. Künstlerisch-ästhetische Verfahren, die dabei zur Anwendung kommen, bedingen eine offene Haltung.

Von Rainer Treptow (2025 / 1988)

Kulturelles Mandat. Soziale Kulturarbeit und kulturelle Sozialarbeit

Reflektiert werden Reichweiten und Grenzen der beiden Handlungsfelder, die sich mit den ästhetischen Werkbezügen des Kunst- und Kultursektors einerseits und den Lebenslagenbezügen sozialer Unterstützung des Sozialsektors andererseits befassen. Zwischen beiden lassen sich Verbindungen erkennen, die mit dem Begriff des Kulturellen Mandats markiert sind. Er dient dazu, die Anwaltschaft Sozialer Arbeit für den Eigensinn kultureller Ausdrucksformen von Adressaten hervorzuheben und die kluge Nutzung der Anregungspotentiale künstlerischer Gestaltung einzufordern.

Von Lea Weniger, Natacha Pinheiro Batista, Gila Kolb (2025 / 2024)

Mit Schüler*innen Baukultur erforschen: Visionen für Lebensräume von morgen

Wie lässt sich der gebaute Raum gemeinsam mit Schüler*innen erkunden – und wie können daraus Visionen für die Zukunft entstehen? Der Beitrag gibt Einblick in ein Forschungsprojekt, in dem ein interdisziplinäres Team aus Bildung, Kunst, Architektur und Denkmalpflege mit partizipativen, künstlerischen und raumbezogenen Methoden untersucht, wie Schüler*innen die lokale Baukultur wahrnehmen – und was ihnen daran heute und in Zukunft wichtig ist.

Von Carmen Mörsch (2025 / 2024)

Diskriminierungskritische Perspektiven an der Schnittstelle von Bildung und Kunst

Der Beitrag gibt einen Einblick in die konzeptuellen Rahmungen und methodischen Fundierungen des digitalen Lehr-Lernmaterials diskrit-kubi.net. Die Materialien regen an, hegemoniale Normen zu hinterfragen und in einer situierten Auseinandersetzung die eigene Praxis diskriminierungskritisch zu verändern. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass kunstpädagogische Methoden und Inhalte historisch gewachsene Wertehierarchien reproduzieren und durch die Vermittlung von „Critical Diversity Literacy“ bewusst reflektiert werden müssen. 

Von Joachim Penzel (2025)

Ganzheitliche Kunstpädagogik – Auf der Suche nach einer verbindenden Methodologie innerhalb eines heterogenen Systems

Die Fachdidaktik der Kunstpädagogik ist seit ihrer Entstehung im frühen 20. Jahrhundert gekennzeichnet vom Zustand einer methodischen Pluralität. Diese hat in den letzten beiden Jahrzehnten enorm zugenommen und einen Zustand fachlicher Orientierungslosigkeit bei Studierenden und Lehrenden erzeugt. Der Beitrag skizziert eine übergreifende Methodologie, die ausgehend von grundlegenden didaktischen Funktionen den heterogenen Lehrkonzepten einen gemeinsamen Rahmen bietet.

Von Birgit Mandel (2025)

Methoden der künstlerischen Arbeit und künstlerische Interventionen für die Kulturelle Bildung produktiv machen

Der Beitrag fokussiert sich auf die besonderen Potenziale und die spezifischen Ansätze und Methoden für Kulturelle Bildung, wenn Künstler*innen selbst als Vermittler*innen handeln und ihre künstlerische Arbeit in soziale Kontexte ausweiten. Grundlage hierfür sind u.a. die Erkenntnisse des Zertifikats-Kurses „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“.

Von Christian Kammler (2025)

Ganztägiges Lernen als Treiber einer Kulturellen Schulentwicklung

Durch die Entwicklung der Ganztagsschule rückte die Kulturelle Bildung stärker ins Bewusstsein von Schule. Zentrale Bedarfe des ganztägigen Betriebs konnten durch Kulturelle Bildung gedeckt werden und führten zu einer bundesweiten Entwicklung, durch die die Praxis und die Theorie der Kulturellen Schulentwicklung ab den 2000er Jahren bis heute begünstigt wurde und Kulturelle Bildung als Profil der Kulturschulen sich etablieren konnte.

Von Silke Ballath (2025)

Die Umkehrung des Widerspruchs. Die Doppelrolle Forscherin–Kulturagentin als Resonanzraum künstlerisch-edukativer Prozesse

Ein Unbehagen in der Praxis einer Kulturagentin stellt den Ausgangspunkt für eine qualitativ-empirische Praxisforschung mit der Konstruktivistischen Grounded Theory dar. Entlang der Doppelrolle Forscherin–Kulturagentin wird im Text der Frage nachgegangen: Wie wird Differenz zu einer Möglichkeit, um diesem Unbehagen konstruktiv zu begegnen?