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Theorie- und Begriffsentwicklungen

162 Beiträge im Themenfeld

Von Luise Fischer (2025)

Über Tanz und Forschung in der Kulturellen Bildung als bewegende Begegnung. Eine Erkundung von Prozess und Erfahrung im posthumanen Paradigma

Dieser Aufsatz verbindet das posthumane/neu-materialistische Paradigma mit der Forschung zur Kulturellen Bildung und nutzt Tanz als Metapher für relationales Werden/Veränderung. Er betont den künstlerisch-kreativen Charakter als zentrale Wissensquelle und zeigt, wie prozessorientierte Forschung ästhetische und verkörperte Erfahrungen ins Zentrum stellt und das „Wie“ des Forschens neu denkt.

Von Tom Braun, Jule Korte, Lisa Unterberg (2025)

Was macht’s? Methodenfiktion oder das Nachdenken über das Unbehagen an der Methode

Methoden gelten oft als neutrale Werkzeuge zur Erkenntnisgewinnung – doch sie formen Wirklichkeit mit. Der Artikel lädt dazu ein, methodisches Handeln in Forschung, Bildung und Kunst neu zu denken: als situiert, machtvoll und gestaltbar. Eine Einladung zur kritischen Reflexion und zum Perspektivwechsel.

Von Rainer Treptow (2025 / 1988)

Kulturelles Mandat. Soziale Kulturarbeit und kulturelle Sozialarbeit

Reflektiert werden Reichweiten und Grenzen der beiden Handlungsfelder, die sich mit den ästhetischen Werkbezügen des Kunst- und Kultursektors einerseits und den Lebenslagenbezügen sozialer Unterstützung des Sozialsektors andererseits befassen. Zwischen beiden lassen sich Verbindungen erkennen, die mit dem Begriff des Kulturellen Mandats markiert sind. Er dient dazu, die Anwaltschaft Sozialer Arbeit für den Eigensinn kultureller Ausdrucksformen von Adressaten hervorzuheben und die kluge Nutzung der Anregungspotentiale künstlerischer Gestaltung einzufordern.

Von Axel Petri-Preis, Johannes Voit (2025 / 2023)

Musikvermittlung – Definitionen und Begriffe

Musikvermittlung ist seit Ende des 20. Jahrhunderts als Bezeichnung für ein vielfältiges Praxis-, Forschungs- und Berufsfeld weithin etabliert. Der Text diskutiert historische Vorläufer, zentrale Begriffe und Definitionen, institutionelle Entwicklungen sowie berufsbezogene Perspektiven und reflektiert die damit verbundenen Herausforderungen. Begründungsdiskurse wie Audience Development, kulturelle Teilhabe oder ästhetische Bildung werden thematisiert, und Musikvermittlung wird als hybride Praxis erkennbar, die das Potential birgt, Strukturen und Haltungen von Kulturinstitutionen zu verändern.

Von Max Fuchs (2025)

Postkolonialismus und (Kultur-)Pädagogik. Ein Versuch über Chancen und Hindernisse

In der Erziehungswissenschaft und speziell auch der Kulturpädagogik finden post- und dekoloniale Ansätze eine immer größere Verbreitung. Der Beitrag gibt einen Überblick über vorherrschende Ansätze. Er soll zur Auseinandersetzung mit den Stärken und Schwächen der verschiedenen Konzepte anregen und Möglichkeiten für einen Dialog eröffnen. Denn wenn den kritischen Analysen der Vertreter*innen post- und dekolonialer Studien zuzustimmen ist, dann braucht es das Bündnis unterschiedlichster Kräfte, um an der Behebung gesellschaftliche Fehlentwicklungen gemeinsam zu arbeiten.

Von Max Fuchs (2025)

Kulturelle Bildung im Spiegel Allgemeiner Bildung. Überlegungen zu einer ambivalenten Beziehung

Es liegt nahe, den Begriff der Kulturellen Bildung mit Konzepten der Allgemeinen Bildung zu vergleichen, denn beide sind in ihren Disziplinen von zentraler Bedeutung. Doch ist es nicht so leicht, diese Beziehungen näher zu untersuchen, u. a. deshalb, weil es auf beiden Seiten sehr unterschiedliche Auffassungen gibt. Der Beitrag gibt Hinweise darauf, wie ein solcher Vergleich möglich ist, und er zeigt Gemeinsamkeiten in den Diskursfeldern beispielhaft auf.

Von Iwan Pasuchin (2025)

Inquiry als ‚Universalmethode‘. Kreislauf kreativer Kollisionen und selbstkritischer Reflexionen in Forschung, Lehre und weiteren (Gesellschafts-)Projekten

Was hat Demokratie mit Kreativität zu tun und wie hängt beides mit der Forschung, Lehre und Projektarbeit innerhalb der Kulturellen Bildung und Medienpädagogik zusammen? Ansätze für Antworten auf diese Fragen können von John Deweys Inquiry-Modell abgeleitet werden, das hier als eine Art ‚Universalmethode‘ dargestellt wird.

Von Max Fuchs (2025)

Kulturelle Bildung und die Vielfalt der Kulturbegriffe

Die Vielfalt an Verständnisweisen von „Kultureller Bildung" hängt auch mit der Vielfalt an Kulturbegriffen zusammen, die in Theorie und Praxis verwendet werden. Der Beitrag gibt einen Überblick über unterschiedliche Verständnisweisen in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und skizziert ihre Relevanz für die Kulturpädagogik.

Von Kristin Westphal (2025)

Vom Anderen (der Welt) her denken … Anthropozentrismus-kritische Diskurse. Zugänge in Kunst und Bildung

Vor dem Hintergrund der Problemstellungen des anthropogenen Klimawandels geht der Beitrag den Herausforderungen für ein anderes Bildungsverständnis nach, das sich absetzt von der Subjektzentrierung der Wahrnehmung von Mensch-Welt-Verhältnissen. Er fragt nach dem Potenzial einer teilhabe- und ortsbezogenen künstlerischen Praxis in ländlichen Räumen im Kontext Kultureller Bildung, um anders zu unserer Mitwelt in Beziehung zu treten.

Von Nana Eger, Thomas Renz, Miriam Schmidt-Wetzel (2025)

Methoden in der Kulturellen Bildung: Verständnisse, Verortungen und Grenzen. Ein Schreibgespräch aus drei (Forschungs-)Perspektiven

Aus drei (Forschungs-)Perspektiven diskutieren die Autor*innen Positionen zu und Verständnisse von Methoden Kultureller Bildung in Forschung, Lehre und Vermittlung. Kulturelle Bildung zeichnet sich methodisch durch Pluralität und Multiperspektivität aus: Vor dem Hintergrund von Situierungen und Situationsgebundenheit wird deutlich: Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Wissenschaft zu betreiben, Praxis zu gestalten und Zwischenräume zu befragen.