Themenfeld:

Sparten

Kulturelle Bildung ist Bildung in und durch Künste: Bildende Kunst, Literatur, Medien, Musik, Theater, Tanz usw.  
Dieses Themenfeld ist fokussiert auf Diskurse in den künstlerischen Sparten und an den unterschiedlichen Orten Kultureller Bildung. Reflektiert werden Dimensionen der spartenspezifischen Kunst- und Kulturvermittlung in Theorie, Praxis und Forschung.

164 Beiträge im Themenfeld

Von Matthias Hamann (2017 / 2016)

Lebenslanges Lernen in Museen

Der Begriff „Museumspädagogik“ führt mitunter in die Irre oder aber zumindest zu einer verengten Wahrnehmung des Faches. Pädagogik geht auf παῖς (pais: Knabe, Kind) und ἄγειν (ágein: führen, leiten) zurück. Methoden und Innovationen konzentrieren sich folglich oft auf das schulische Publikum oder auf spezielle Zielgruppen. Ein Großteil der Gäste in Museen ist aber erwachsen. Sie sind ein lohnenswertes Publikum für Vermittlungsprogramme oder -projekte. Der Nachhaltigkeitsgrad von Vermittlung an Erwachsene ist oft unklar. Die folgenden Überlegungen beziehen sich auf nichtmediale Vermittlung für erwachsene IndividualbesucherInnen ab 16 Jahren. Die Frage „Wer lernt?“ wäre damit zunächst beantwortet, wird aber am Ende erneut aufzugreifen sein. Bleiben weitere W-Fragen: Wo lernt das Publikum? Wie lernt es? Was lernt es? Wann lernt es? Und warum lernt es?

Von Ute Pinkert (2017)

Das Wissen der Künste innerhalb künstlerischer (theatraler) Verfahren – Vortrag auf der Jahrestagung der Wissensplattform Kulturelle Bildung Online

Ausgehend davon, dass das Wissen in der Praxis kultureller Bildungsprozesse ein anderes Wissen ist als jenes, das mit wissenschaftlichen Methoden gewonnen wird, geht die Autorin in ihrem Vortrag auf der kubi-online Jahrestagung den Fragen nach: Aber was ist auf welche Weise anders? Und welche Konsequenzen hat das für Bildungsprozesse? Wie kann das Wissen, das innerhalb einer Praxis kultureller Bildung generiert wird, gekennzeichnet und beschrieben werden? Auch die NutzerInnen der Wissensplattform sind eingeladen, ihre Überlegungen zu „Wissensformen in der Kulturellen Bildung" auf www.kubi-online.de zu veröffentlichen.

Von Annette Noschka-Roos (2017 / 2016)

Besucherorientierung in Museen: Vielfalt als Prinzip

Der Begriff der Besucherorientierung umfasst ein weites Feld mit je nach Museumsgattung unterschiedlichen Konturen: Er kann bei Kunstmuseen beinhalten, im Sinne der ästhetischen Forschung Projektergebnisse von Workshops in einer Ausstellung zu „positionieren“, in Geschichtsmuseen und Stadtmuseen, die Objektperspektive der BesucherInnen stärker zu integrieren, in Naturkundemuseen, HobbyforscherInnen im Sinne von Citizen Science für die Forschung an Museen zu engagieren:  Alle Museumsfunktionen des Sammelns, Bewahrens, Forschens, Ausstellens und Vermittelns beziehen sich somit auf Konzepte der Besucherorientierung. Folgend wird versucht, mit Blick auf die Bildungs- und Vermittlungspraxis die Ausdifferenzierung des Begriffs nachzuzeichnen, der bezogen auf die heterogene Museumslandschaft unendlich viele Varianten kennt.

Von Anja Piontek (2017 / 2016)

Partizipative Ansätze in Museen und deren Bildungsarbeit

Analog zur insgesamt gestiegenen gesellschaftlichen Bedeutung von Mitsprache und Beteiligung ist „Partizipation“ seit einigen Jahren zu einem zunehmend wichtigen Schlagwort in der museologischen Debatte avanciert, stellt jedoch noch kein etabliertes und schon gar kein klar definiertes Format der Museumsarbeit dar. Die Auslegungsbreite reicht derzeit von bloßem Anwesend-Sein über verordnete (Selbst-)Lernerfahrungen und basisdemokratische Mitbestimmungsverfahren bis hin zu ungefragter Intervention bzw. dem anarchistischen Widerstand gegen die herrschende Kultur.

Von Hannelore Kunz-Ott (2017 / 2016)

Das Bildungskonzept – ein Grundpfeiler musealer Arbeit

Konzepte für Museen, Ausstellungen, zur Sammlungs-, Kommunikations- und Marketingstrategie sind vertraute Instrumente, in denen strategische, kurz-, mittel- und langfristige Ziele, Inhalte und Themen, zeitliche und organisatorische Abläufe abgesteckt und damit Entscheidungshilfen und Handlungsanweisungen für alle MitarbeiterInnen eines Museums beschrieben werden. Konzepte der Bildungs- und Vermittlungsarbeit, die das Verständnis des Museums zu seinem Bildungsauftrag, die Bildungsziele des Museums erläutern und seine vorrangigen Zielgruppen benennen, sind dagegen immer noch selten anzutreffen.

Von Tobias Nettke (2017 / 2016)

Was ist Museumspädagogik? – Bildung und Vermittlung in Museen

Der Bildungs- und Vermittlungsauftrag von Museen ist sehr umfassend und nicht als rein pädagogische Aufgabe im Sinne personaler Vermittlung zu verstehen, was einem engen und überholten Verständnis von Museumspädagogik entsprechen würde. Vielmehr ist er bereits im Kuratieren angelegt, aber ebenso in den Aufgabenfeldern Öffentlichkeitsarbeit, Marketing sowie Ausstellungsentwicklung und Besucherservice – ähnlich der weiten Definition von Kulturvermittlung.

Von Antonia Wangler (2017)

Kulturelle Bildung in informellen Kontexten: Das Bilderbuch und seine Rezeption

Das Bilderbuch nimmt innerhalb der (kulturellen) Sozialisation von Kindern eine anerkannte und unhinterfragte Rolle ein. Weil es sich bei diesem Medium um ein vielschichtiges ästhetisches Gefüge handelt, konnte bis dato keine geschlossene Theorie des Bilderbuchs formuliert werden. Auch im Kontext der Kulturellen Bildungsforschung wurde das Bilderbuch selten betrachtet. In einer Standortbestimmung werden bestehende theoretische Erkenntnisse zum Bilderbuch im Kontext der Kulturellen Bildung diskutiert und konzeptuell weitergedacht. Fokussiert werden das Bilderbuch und seine Rezeption im Rahmen informeller Bildungssettings.

Von Agata Wozniesinska (2017)

Repräsentationen natio-ethno-kultureller Vielfalt im Sachbilderbuch – Exempel einer rassismuskritischen Analyse

Sachbilderbücher sind nicht nur ein Ort, an dem Wissen über die Welt vermittelt wird, sondern zentral daran beteiligt, diese Welten zu konstruieren. In der vorliegenden Arbeit wird anhand einer rassismuskritischen Sachbilderbuchanalyse dargelegt, auf welche Art und Weise natio-ethno-kulturelle Lebensformen in der Kinderliteratur repräsentiert werden.

Welchen Beitrag leisten Kinderbücher zur Aufrechterhaltung rassistischen Wissens und inwieweit entfalten sie ihr Potential, rassistischer Praxis Alternativen entgegenzusetzen?

Von Johannes Breuer (2017)

Culture + 1 – Digitale Spiele und Kulturelle Bildung

Unter den Stichworten Serious Games und Digital Game-Based Learning wurde speziell in den letzten 15 Jahren diskutiert, erprobt und untersucht, wie sich Computer- und Videospiele zu Lern- und Bildungszwecken einsetzen lassen. In der Kulturellen Bildung können digitale Spiele sowohl als Werkzeuge zum Wecken von Interesse oder zur Vermittlung von Wissen als auch als kulturelle Artefakte betrachtet und verwendet werden. Aktuelle technische Entwicklungen in der Spielebranche erweitern zudem die Einsatzmöglichkeiten.

Von Antje Klinge (2017)

Bildungskonzepte im Tanz

Bildung boomt – könnte man annehmen angesichts der zahlreichen Initiativen, Bildungsberichte und -debatten, die in Bund, Ländern und Gemeinden seit PISA zu tage treten. Die neue Aufmerksamkeit für Bildung ist mit der Hoffnung verbunden, zentrale gesellschaftliche Probleme und soziale Missstände lösen zu können. Ein besonderes öffentliches Interesse wurde in den letzten Jahren den künstlerischen Fächern Musik, bildende Kunst, Theater und auch Tanz zuteil. Von Theater-, Musik- oder Tanz-Projekten wird erwartet, dass sie einen unverwechselbaren Beitrag zur Verbesserung der sozialen, personellen und künstlerischen Fähigkeiten junger Menschen leisten können. Was den Tanz betrifft, scheint er aus seinem Schattendasein nicht nur hervorgetreten, sondern auch bereits über sich hinausgewachsen zu sein. Die Presse sieht in ihm ein neues Allheilmittel für soziale Probleme und schulische Defizite.