Themenfeld:

Soziale Arbeit

Die Artikel in diesem Themenfeld nehmen dezidiert Adressat*innen-Gruppen und Handlungskontexte aus dem Bereich der Sozialen Arbeit in den Fokus. Sie reflektieren über die Gewährleistung von kultureller Teilhabe und Partizipation, über Zugänge zu materiellen, kulturellen und sozialen Ressourcen und den Abbau unterschiedlicher Arten von Barrieren, insbesondere für benachteiligte Gruppen. Soziale Kulturarbeit und kulturelle Sozialarbeit werden, wie in der Kulturellen Bildung auch, als konstitutiver Bestandteil allgemeiner Bildung verstanden, und es wird diskutiert, wie Kulturelle Bildung Erfahrungsräume eröffnen kann, in denen Selbstwirksamkeit und Empowerment erlebt und Beteiligung ästhetisch, performativ und diskursiv erprobt und angeeignet werden kann. 

64 Beiträge im Themenfeld

Von Lisa Niederreiter (2025)

Das „Offene Atelier“ als inklusive Lehrveranstaltung an einer Hochschule des Sozialen

Der Beitrag umreißt die Konzeption, Durchführung und empirische Auswertung einer inklusiven, künstlerisch-methodischen Lehrveranstaltung an einem FB Sozialer Arbeit. Die Ergebnisse zeigen die prominente Funktion methodisch improvisierender künstlerischer Werkbegleitung für inklusive Prozesse und Lernerfolge. Die Prozesse des freien Kunstmachens lassen mentale Behinderungen zurücktreten, mögliche Zuschreibungen schwächen sich ab, Kooperationen entstehen.

Von Juliane Gerland, Rabea Beier (2025)

Zwischen „Chaos als Risiko“ und „Chaos als Chance“: Eine empirische Studie über inklusive musikalische Gruppenimprovisation ohne gemeinsame verbale Sprache

Der Beitrag beschreibt, wie musikalische Gruppenimprovisation als Methode in der inklusionsorientierten Hochschullehre eingesetzt werden kann. Anhand des Projekts „Sparkling! Gemeinsam improvisieren“ wird gezeigt, wie Musik nonverbale Interaktion ermöglicht, welche Herausforderungen und Chancen das Fehlen einer gemeinsamen Sprache bietet und wie Studierende daraus berufliche Handlungssicherheit entwickeln können.

Von Lovis Schierenberg (2024)

Soziale Kulturarbeit mit trans* Jugendlichen - Potentiale von Drag in der Offenen Jugendarbeit

Gesellschaftliche Möglichkeitsräume für trans* Jugendliche sind nach wie vor durch heteronormative Verhältnisse beschränkt. Auf der Basis von Interviews und Beobachtungen in einem queeren Jugendzentrum werden Potentiale der queeren, subkulturellen Praktiken von Drag für trans* Jugendliche im Rahmen der Offenen Jugendarbeit sowie die Relevanz der Sozialen Kulturarbeit in diesem Kontext erörtert.

Von Philipp J. Wulf (2024)

Die außerökonomischen Bezirke: Über den Stellenwert von Kultur im Studium der Sozialen Arbeit und darüber hinaus

Es fragt sich, wie das Feld der „Kultur“ umrissen werden kann, ohne beliebig weit zu werden, sowie worin das gemeinsame Allgemeine der Einzelbedeutungen besteht. Ein materialistischer Kulturbegriff, der notwendigerweise gegenüber jedwedem kulturellen Phänomen analytisch offen ist, vermag so einen Raum unbefangenen, verknüpfenden Nachdenkens zu stiften sowie eine Spur zu legen, in deren ideologiekritischer Verfolgung gesellschaftskritische Potenziale aufzuspüren sind.

Von Christine Kramer (2024 / 2023)

Teilhabe in der Kultur der Digitalität – Kinderarmut und die Chancen digitaler Bildung

Die Hauptthese dieses Beitrags führt aus, dass eine Perspektive auf das Phänomen der Digitalisierung ihre soziale und medienpädagogische Relevanz aus den von Felix Stalder in seiner „Kultur der Digitalität“ beschriebenen Kerncharakteristiken bezieht. Verdeutlich wird, dass es darum gehen muss, Kindern und Jugendlichen Kulturtechniken der Digitalität, u. a. Referenzialität und Gemeinschaftlichkeit, zu vermitteln. Medienpädagogische Angebote können auf diese zentralen kulturellen Fertigkeiten abheben, um Teilhabe zu erreichen.

Von Damaris Nübel (2024)

Biografisches Schreiben in der Bildungsarbeit von Jugendfreiwilligendiensten. Didaktische und methodische Perspektiven

Freiwilligendienste sind eine wichtige biografische Lernphase und die Träger von Bundes- und Jugendfreiwilligendiensten reagieren in ihrer Bildungsarbeit mit vielfältigen Angeboten auf den Bedarf nach biografischer Orientierung. Konkret werden in diesem Beitrag die Potenziale des biografischen Schreibens als Methode für die Freiwilligenbildung ausgelotet. Die These lautet dabei, dass sich mit Hilfe literarischer Texte biografische Re-, De- und Konstruktionsprozesse anregen lassen.

Von Werner Thole, Kerstin Hübner (2024 / 2022)

Kultur, Soziale Arbeit und Kulturelle Bildung

Der Beitrag erörtert nach historischen Vergewisserungen die Wechselbeziehungen und die Zusammenarbeit zwischen der Kulturellen Bildung und der Sozialen Arbeit. Angesichts gesellschaftlicher Veränderungen wird davon ausgegangen, dass eine konturenscharfe Trennung zwischen dem Kulturellen und dem Sozialen nicht mehr durchgängig möglich ist.

Von Stefanie Kiwi Menrath (2024 / 2022)

Kulturarbeit zwischen Subjekt und Gesellschaft, politischen Erwartungen und Eigenwert

Dieser Text diskutiert Kulturarbeit als Aufgabenbereich der Sozialen Arbeit. Um sich von der Perspektive zu lösen, die die Kulturelle Bildung mit der Kompensation von Bildungs- und Integrationsdefiziten beauftragt, wird im Beitrag der Rückbezug auf das kritisch-emanzipatorische Theorieprojekt der Cultural Studies vorgeschlagen, das eine aktivistisch-kritische Auseinandersetzung mit Kultur theoretisch fundiert und deren Eigenwert betont.

Von Bettina Heinrich (2023)

Gendered Spaces?! Kultur und Medien als Lebenswelten von Mädchen*

Kultur- und Medienwelten von Jugendlichen sind ‚Gendered Spaces‘. In diesen sind sowohl die Produktion als auch Reproduktion von Geschlechterbildern und deren Dekonstruktion existent. Wie wirkmächtig die Kategorie ‚Geschlecht’ in den kulturellen Alltagswelten von Jugendlichen ist, und dass wir auch heute noch neue und erweiterte Ansätze in der Mädchen*kulturarbeit, aber auch Mädchen*arbeit benötigen, zeigt der Artikel auf.

Von Hanna Lena Hohmann (2023)

Theater und Alter(n) – Alter(n)sbilder im Kontext einer intergenerationellen Theatergruppe

Dieser Beitrag untersucht, inwiefern sich nach der (Selbst-)wahrnehmung der Teilnehmenden einer intergenerationellen Theatergruppe deren Alter(n)sbilder verändert haben und analysiert, inwiefern der Theaterkontext ein gelingendes Umfeld darstellt, um den Austausch zwischen den Mitgliedern unterschiedlicher Generationen zu fördern.