Themenfeld:

Kontexte

Im Gegensatz zu den Feldern und Institutionen, in denen die Kulturelle Bildung selbst im Zentrum und in der Verantwortung steht, also in Theatern, Museen, Bibliotheken, Musikschulen, Medienzentren usw., behandeln die Autor*innen in diesem Themenfeld die Kulturelle Bildungspraxis in denjenigen Kontexten,  in denen die Kulturelle Bildung als Ergänzung oder spezifische Methode eingebettet ist. Sie reflektieren kulturpädagogische Zielstellungen und Herausforderungen vor dem Hintergrund der Spezifik bestimmter Orte bzw. Handlungsfelder wie Schule, Jugendarbeit, Sozialraum und Bildungslandschaft, Freiwilligendienste, Erwachsenenbildung, sozialer Arbeit oder politischer Bildung.

112 Beiträge im Themenfeld

Von Wiebke Krieger (2026)

Über den Tellerrand geschaut: Kultur- und bildungspolitische Programme in England und Spanien als Inspirationen für die Denkmalvermittlung in Deutschland

Wie kann Denkmalpflege erfolgreich an die breite Bevölkerung vermittelt werden? Dieser Artikel analysiert innovative Strategien in Spanien und England im Vergleich mit dem deutschen Status quo und leitet anhand von Diskursanalysen und Exper:inneninterviews Konzepte für die Stärkung der Denkmalvermittlung ab.

Von Sandra Hesse, Thomas Overdick (2026)

Resonanz als Gelingensfaktor. Beziehungsqualitäten im Museum verstehen und gestalten

Der Beitrag diagnostiziert unter Bezugnahme auf die Gesellschaftsanalyse Hartmut Rosas die Situation des Museums der Moderne. Davon ableitend wird mit dem Modus der Resonanz ein neuer Maßstab für ein gelingendes Museum vorgeschlagen und dargelegt, wie das Museum als Resonanzraum der Kulturellen Bildung verstanden und gestaltet werden kann.

Von Christiane Dätsch (2026)

Mein Erbe – Dein Erbe?! Das Konzept des geteilten Erbes in der Vermittlungsarbeit

Das Konzept des geteilten Kulturerbes hat Konjunktur. Migration und Postkolonialismus verändern Erinnerungsdiskurse. Zugleich befindet sich in Europas Museen ‚fremdes‘ Kulturerbe, dessen Bedeutung für die Vermittlungsarbeit neu zu bestimmen ist. Dieser Herausforderung geht der Beitrag nach, indem er Spielarten, Chancen und Limitationen des geteilten Erbes vorstellt und an einem Beispiel illustriert.

Von Matthias Gräßlin, Katharina Witte (2026)

Radikal inklusiv – Von der Teilhabe zur Gestaltung in kultureller Vielfalt

Der an sich offene und auf der Vorstellung sozialer Vielfalt basierende Begriff der Inklusion wird allzu oft auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen reduziert. Ist er damit in seinem ursprünglichen Verständnis unbrauchbar geworden? Wie lässt sich Inklusion radikal neu denken? Wie kann eine konsequent inklusive Kulturelle Bildung aussehen und wie lässt sie sich realisieren?

Von Irena Müller-Brozović (2026)

Resonanzaffine Musikvermittlung. Ein Modell für responsive Musikbeziehungen

Wie kann Musikvermittlung inspirierende musikalische Begegnungen gestalten? Der Beitrag zeigt, wie das Modell Resonanzaffiner Musikvermittlung mit Leitfragen neue Perspektiven auf Musikbeziehungen eröffnet und Wege für eine reflektierte Praxis sichtbar macht.

Von Kerstin Wille, Birgit Wolf (2026)

Eintritt für alle: Der Naumburger Dom und die Kulturlandschaft an Saale und Unstrut

Vier Beispiele zeigen konkret auf, wie es dank regionaler und überregionaler Netzwerke, Partner*innen gelingt, kontinuierlich zielgruppenspezifische (bau-)kulturelle Vermittlungsangebote zu offerieren, um durch individuelles oder gemeinschaftliches Erleben Wissen zu Religion, Geschichte, Baukultur, Handwerk, Natur und Landschaft, Heimatkunde und Alltagskultur für alle zu generieren.

Von Charlotte Prokop (2026)

„Das Theater war für mich immer ein sicherer Ort“: Wie kreative Räume Jugendliche stärken und Resilienz fördern

Kinder und Jugendliche fühlen sich psychisch zunehmend belastet. Das Recht junger Menschen auf ein sicheres und gesundes Aufwachsen ist als ein Kinderrecht automatisch auch Auftrag für Träger und Fachkräfte. Anhand einer Befragung wird aufgezeigt: Psychisch belastete Jugendliche fühlen sich an Orten der Kulturellen Bildung wohler und sicherer. Der Artikel diskutiert Potenziale Kultureller Bildung für Prävention, Destigmatisierung und Resilienz.

Von Ebru Tepecik (2025)

Das erste Diversity Audit Kunst & Kultur: Potenziale und Herausforderungen für den Kulturbetrieb

„Uns geht´s ums Ganze“ so lautet der Slogan des bundesweit ersten Diversity Audits Kunst & Kultur des Zentrums für kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg, das Kultureinrichtungen bei der Umsetzung eines Diversity Managements begleitet und dadurch den Aufbau von nachhaltigen Strukturen zu Diversity und Antidiskriminierung fördert. Der Beitrag reflektiert den Ansatz, die Zielsetzung und Rolle des neuen Programms im Kontext von Teilhabe und Diversität.

Von Lisa Unterberg (2025 / 2025)

Kulturelle Bildung und Digitalität: Von der postdigitalen Transformation zu einer veränderten Praxis

Wie verändern sich durch die postdigitale Transformation Diskurslinien Kultureller Bildung? Welche Potenziale und Ideen bringt Kulturelle Bildung ein, um die postdigitale Transformation wahrzunehmen, zu reflektieren und mitzugestalten? Diesen Fragen spürt der Beitrag mit einer theoretischen Einbettung und konkreten Praxisbeispielen nach.

Von Ralf Kuckhermann (2025 / 2015)

Ästhetische Praxis in der Sozialen Arbeit

Ästhetische Praxis erweitert das klassische Methodenspektrum der Sozialen Arbeit. In einer theoretischen Auseinandersetzung beleuchtet der Beitrag die Grundzüge einer ästhetischen Praxis in der Sozialen Arbeit: Als Prozess, als System von Handlungen und als Arbeitskonzept mit den Hauptfunktionen der Diagnostik, der Bildung und der gesellschaftlichen Partizipation. Zudem wird abschließend auf die Bedeutung des Nicht-Ästhetischen in der ästhetischen Praxis und die Frage nach der Kunst professionellen Handelns eingegangen.