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Theorie- und Begriffsentwicklungen

133 Beiträge im Themenfeld

Von Nana Eger, Antje Klinge (2024)

Qualität zeitgemäßer Tanzvermittlung

Über Qualität zeitgemäßer Tanzvermittlung zu schreiben, ist ein ‚heißes Eisen‘. Denn was heißt hier Qualität und wer bestimmt diese? Die Autorinnen gehen davon aus, dass der Qualitäts- wie auch der Vermittlungsbegriff als ein relationaler diskutiert werden muss und nicht unabhängig von gesellschaftlichen Kontexten denkbar ist. Tanzvermittlung kann nur dann als zeitgemäß bezeichnet werden, wenn die Situiertheit des Tanz-(Vermittlungs-)geschehens einbezogen wird.

Von Michael Rappe, Christine Stöger (2024)

Breaking lernen – ein Beitrag zur kulturellen (Selbst-)Bildung

Breaking/Breakdance ist als Teil der Hip Hop-Kultur seit den 60er Jahren in den USA und seit den 80er Jahren auch in Deutschland eine lebendige Tanzkultur, die den Akteur*innen eine Vielzahl an künstlerisch-kreativen Ausdrucksmöglichkeiten bietet. Der Text beschreibt die Ursprünge und die Entwicklung dieser Tanzpraxis und gibt Einblick in die besondere Form einer im informellen Raum entstandenen, in hohem Maße selbstregulierenden Lernkultur.

Von Ute Pinkert (2024 / 2024)

Transformative Bildung und Paradigmen der Kulturpädagogik

Der Beitrag reflektiert die Forschungen des Soziologen Albrecht Göschel zum „Wandel des Kulturbegriffs“ und diskutiert seine vier generationsbezogenen Kulturmodelle mit Blick auf die stetige Wandlung leitender Transformationsideen und sich ändernder kulturpädagogischer Konzeptionen, abhängig von den jeweiligen Krisenwahrnehmungen, Alltagsbeschreibungen, Kunst- und Bildungsauffassungen. Angesichts der Dringlichkeit der ökologischen Krise plädiert die Autorin für die Notwendigkeit einer stärkeren Einbeziehung ökologischer Perspektiven in Konzeptionen Kultureller Bildung.

Von Luise Fischer (2024)

Begegnung von Posthumanismus und Wissenstransfer. Ein Gedankenexperiment durch Improvisationstanz

Prozesse der Begegnung kreativ in Beziehung gesetzt: Eine Begegnung im improvisierten brasilianischen Zouk-Tanz, im Wissensdialog bzw. Wissenstransfer und im Denken, inspiriert vom Posthumanismus. Dabei argumentiere ich für eine Offenheit und einen posthumanen Dialog als Zugang zu neuen Perspektiven für den Wissensdialog in der kulturellen Bildung(sforschung).

Von Kristin Westphal, Micha Kranixfeld (2024 / 2023)

Landschaft als Mitspielerin?

Die Forschung zur Kulturellen Bildung in ländlichen Räumen erfordert auch, sich mit dem Landschaftsverständnis und seiner Herkunft auseinanderzusetzen. Der Artikel beleuchtet zum einen Historie und Wandel des Landschaftsbegriffs. Zum anderen wird die Bedeutung von Landschaft als Mitspielerin für andere Bezugsweisen befragt, wie sie exemplarisch durch die performative Praxis dargestellt wird. Hinterfragt werden Grenzziehungen wie Natur-Kultur, Stadt-Land, Subjekt-Objekt, Eigenes-Fremdes oder Produktion-Rezeption.

Von Iwan Pasuchin (2024)

Theorien kulturell-medialer Vermittlung: Bestehende Ansätze, Herausforderungen und Entwicklungspotenziale der Konzeption einer Kultur- UND Medienpädagogik

Seit mehr als 50 Jahren gibt es einen intensiven akademischen Diskurs dazu, worin die Hintergründe sowie Ziele des Zusammenwirkens der Kultur- und der Medienpädagogik bestehen. Derartige historische und aktuelle Theorien werden hier dargestellt sowie im Hinblick auf ihre Praxisrelevanz kritisch hinterfragt.

Von Bettina Bläsing (2023)

Der Meister ist immer der Fluss, oder: Die Autorität des Unvorhersehbaren

Anhand von wissenschaftlichen Diskursen zur musikalischen und tänzerischen Improvisation und Unterrichtsbeispielen von Peter Jarchow wird hier den Fragen nachgegangen: Ist Improvisation „an sich“ lern- und trainierbar, und wie kann und sollte sie gelehrt oder vermittelt werden?

Von Stefanie Kiwi Menrath (2023)

Klassismuskritische Kulturelle Bildung vor dem Horizont der Cultural Studies. Warum »Zugang schaffen« keine Lösung, sondern das eigentliche Problem ist

Kulturelle Bildungsprojekte wollen häufig Zugänge schaffen. Aus klassismuskritischer Perspektive ist zu fragen: Zugang wozu? Der Beitrag problematisiert den affirmativen Kulturbegriff Kultureller Bildung als Teil von Klassenungleichheit. Er fordert, die enge Verwobenheit der ökonomischen und der kulturellen Dimension von Klassismus im Bereich der Kulturellen Bildung zu reflektieren und das Kulturverständnis radikal zu erweitern.

Von Christopher Wallbaum (2023)

Dritte Räume oder Musikpraxen erfahren und vergleichen. Eine glokal kulturreflexive Prozess-Produkt-Didaktik

Das praxistheoretisch fundierte Modell „Musikpraxen erfahren und vergleichen“ (Mev) stellt eine Lösungsmöglichkeit für grundsätzliche Probleme Interkultureller Musikpädagogik (IMP) dar, die so oder ähnlich in vielen Feldern Kultureller Bildung erscheinen. Der Begriff des Dritten Raumes nach Homi K. Bhabha im Titel signalisiert, dass und wie Mev die kulturelle Dimension von Musik und Pädagogik reflektiert und einwebt.