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Streitfälle der Vermessung Kultureller Bildung

42 Beiträge im Themenfeld

Von Antje Klinge (2014)

Transferwirkungen: Kulturelle Bildung als gesellschaftliches „Allheilmittel“?

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Die Frage, ob die Wirkungen der Kulturellen Bildung ein gesellschaftliches Allheilmittel sind oder sein können, kann gleich zu Beginn mit einem deutlichen „natürlich nicht!“ beantwortet werden. Erstens wissen wir gar nicht, welche Wirkungen die Auseinandersetzung mit Kunst und Erfahrungen mit künstlerischen Tätigkeiten hinterlassen und zweitens kann auch die Kulturelle Bildung nicht heilen, was gesellschaftlich erzeugt wurde und andere Bildungsbemühungen verpasst oder gar verbrochen haben. Die Hoffnung auf Heilung eines gesellschaftlich verursachten Bildungsnotstands durch Bildung ist in sich widersprüchlich und

Von Max Fuchs (2014)

Ambivalenz des Ästhetischen. Künste zwischen Affirmation und Protest

Es geht in diesem Text darum, die gelegentlich anzutreffende Hermetik kulturpädagogischer Argumentationen aufzubrechen und am Beispiel der Rolle des Ästhetischen aufzuzeigen, wie unzulänglich eine Erforschung ästhetischer Bildungsprozesse sein muss, wenn die soziale Eingebundenheit des zentralen Mediums dieser Bildung, nämlich des Ästhetischen, erst gar nicht in den Blick genommen wird. Es könnte sogar so sein, dass wesentliche Aspekte des Ästhetischen, die in der Geschichte gefährlich wurden, durch ihre systematische Vernachlässigung durch eine nur noch empirische Forschung erneut an Gefahrenpotenzial gewinnen.

Von Wolfgang Zacharias (gest. 26.4.2018) (2014)

Kulturelle Bildung theoretisch vermessen: Sinnenreich & kunstvoll?

Impulsbeitrag im Forum THEORIE: „Kulturelle Bildung - Wo fängt sie an, wo hört sie auf?" zur Auseinandersetzung mit der Frage „Kulturelle Bildung ohne Künste?" ...Im Interesse einer theoriehaltigen und verallgemeinerungsangemessenen Bestimmung unseres kulturpädagogischen Gegenstands- und Handlungsfeldes befinden wir uns – nach wie vor – in einer komplexen, aber durchaus auch engagiert-lustvollen Dauerdebatte. Möge sie nie zu Ende gehen: Der Diskurs selbst und die Pluralität der Positionen, je nach subjektiven Standorten und professionellen Handlungsfeldern, ist schon ein Teil der Antwort...

Von Birgit Mandel (2014)

Kulturelle Teilhabe: Kulturelle Bildung für mehr Kulturpublikum?

Kulturinstitutionen stehen unter Legitimationsdruck, müssen Zuschauerquoten nachweisen, Eigeneinnahmen erzielen, sich offensiv um neues Publikum bemühen angesichts des Rückgangs ihres Stammklientels. In dieser Situation haben sie die Kulturelle Bildung entdeckt. Auch die Marketingabteilungen von Kulturinstitutionen gehören zu den „neuen Freunden“ der Kulturellen Bildung, denn es wird ihnen nur dann gelingen, neues Publikum dauerhaft zu gewinnen, wenn bei Erstbesuchern kulturelle Selbstbildungsprozesse in Gang gesetzt wurden.

Von Max Fuchs (2014)

Zu den Problemen theoretischer Abgrenzungen in der kulturellen Bildung

Im Titel meines Beitrages ist von Problemen die Rede. Diese Probleme beginnen schon bei dem Verständnis von Theorie und den sehr unterschiedlichen (historischen oder systhematischen oder sich sehr stark auf ein bestimmtes professionelles pädagogisches Feld beziehendenden u. a.) Herangehensweisen an die Frage der Theorienbildung in der Kulturpädagogik. Man muss also damit rechnen, dass es eine Vielfalt legitimer Ansätze gibt. Ich selber werde im Folgenden nicht mit einer systematischen Definition dessen beginnen, was man unter „Theorie" zu verstehen hat, sondern vielmehr auf die griechische Wortbedeutung von Theorie zurückgehen, die es mit dem Schauen zu tun hat. Ich werde also eine Draufsicht auf Diskurse und Debatten rund um Theoriefragen vornehmen.

Von Margarete Schweizer (2014)

Kultureinrichtungen: Neue (?) Orte für kulturelle Bildung

Kultureinrichtungen haben per se einen Bildungsauftrag! Sie sind von jeher Orte der Bildung und Vermittlung, als in ihnen, seit es sie gibt, kulturelles Wissen auch weitergegeben wurde. Eigentlich sind Kultureinrichtungen alte Orte für kulturelle Bildung, die sich jedoch auf einen neuen Weg begeben haben. Und deshalb steht das Fragezeichen in Klammern im Titel dieses Beitrags zu Recht. Wie genau - das ist zu untersuchen!

Von Joachim Reiss (2014)

Streitfall: Geht Theater nur im Theater? Oder: „Die Schule als kreativer Ort – ohne Alternative?“

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In der kulturellen Bildung wird gerne von Freiräumen für Kreativität gesprochen, z.B. unbegrenzte oder nicht bereits verplante Zeit, leere Räume, Bühnen, nutzbare Außenflächen. Bereits in den 80er Jahren wurde das Frankfurter Theater am Turm völlig zugebaut, d.h. die freie Bühne und der Saal wurden mit Gängen und kleinen Räumen gefüllt, damals eine völlig neue, kreative Theaterform, die sich in der Enge erfüllte. Wenn die Schule metaphorisch als kreativer Ort infrage gestellt wird, dann sind der strenge Zeittakt, die Lehrpläne, enge Klassenräume mit klaren Verhaltensvorgaben und definierten Leistungsanforderungen gemeint. Doch ohne Kreativität geht hier gar nichts, aber ganz anders als in Jugendzentren oder Theatern.

Von Max Fuchs (2014)

Bericht von dem Forum THEORIE: „Kulturelle Bildung - Wo fängt sie an, wo hört sie auf?"

Im Mittelpunkt des zweiten Tages standen zwei Diskussionsrunden zu aktuellen Themen der Theorienbildung und der Praxis der kulturellen Bildungsarbeit: Zum einen ging es darum, die Frage zu diskutieren, welche Rolle die Künste in der kulturellen Bildungsarbeit spielen. Provokativ gefragt: Kulturelle Bildung ohne Künste? In der zweiten Runde ging es um die Frage nach der Rolle der Pädagogik in der Vermittlungsarbeit. Auch hier eine provokative Frage: Kulturelle Bildung ohne Vermittler?

Von Marietta Piekenbrock (2014)

No Education! Impulsbeitrag im Forum THEORIE zur Frage „Kulturelle Bildung ohne Vermittler?"

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Für eine Kunst des Nicht-Verstehens! Als No Education vor zwei Jahren Form annahm und für viele Diskussionen sorgte, begann ich ein Manifest zu verfassen. No Education ist kein zorniges Manifest, es ist ein Plädoyer für eine Kindheit, wie wir sie nicht mehr kennen und wahrhaben wollen. Kindheit ist die schmerzhafte Erfahrung von Differenz, Kindheit ist Anteilnahme an fremder Subjektivität. Was das bedeutet, lässt sich nicht abstrakt erklären, man muss es erforschen und sinnlich erfahren. Das Theater ist immer noch einer der besten Räume, um mit Fremdheit gelassen umzugehen.

Von Peter Kamp (2014)

Akteure der außerschulischen Kulturpädagogik: Garanten auch für informelle Freiräume?

In unserem Panel „Streitfälle: Institutionen und Zuständigkeiten" sind als Impulse sechs Fragen mit sieben Fragezeichen angekündigt. Warum das so ist, hat mir keiner gesagt. Also darf ich mal spekulieren: Da es hier um Kartographie, um Feldvermessung geht und hier und jetzt um PRAXIS, sollen hier die letzten offenen oder zumindest die letzten strittigen Fragen ein für alle Mal beantwortet werden. Und zwar von jedem anders, sondern käme ja kein Streit auf. Also versuche ich zu polarisieren. Acht Thesen, drei bis vier Exkurse